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++ 12 to the Moon ++

"12 to the Moon" ist ein gutes Beispiel für einen Film, der für sein Budget deutlich zu ambitioniert ist. In allen Bereichen versucht er zuviel: Er hat zuviele Abschnitte, zuviele Charaktere und zuviel Botschaft.

Der Titel gibt die erste Zusammenfassung: Eine internationale Gruppe von zwölf Astronauten startet zur ersten Mondmission der Menschheit. Könnte man meinen, dass dies bedeutet, dass "12 to the Moon" also eine optimistische Sicht der Möglichkeit der Völkerverständigung transportiert. Dagegen spricht aber, dass die Astronauten, kaum dass sie unterwegs sind, sich in nationalistisch gefärbten gegenseitigen Kabbeleien ergehen. Und Leiter der Expedition ist natürlich ein hemdsärmelig-kinnkantiger US-Amerikaner.

Nun gut, kleinliche Rivalitäten liegen vielleicht in der Natur des Menschen. Davon abgesehen, gibt es kaum Charakterisierungen der verschiedenen Figuren. Zwei entpuppen sich sogar auf dem Mond als Liebespaar, ohne dass dies zuvor entwickelt worden wäre. Und der Hauptfeind ist sowieso der Kommunismus, der es tatsächlich geschafft hat, einen sabotierenden Wolf im Schafpelz an Bord zu bringen.

Auch von der ungeheuren Menge an Figuren abgesehen, versucht "12 to the Moon" einfach zu viel. Neben der gefahrvollen Fahrt zum Mond inklusive des obligatorischen Meteoritenschauer-Klischees gibt es nicht nur dort zusätzlich zu meisternde Gefahren durch die unwirtliche Umgebung (etwa Treibsand, ständige Meteoriten-Einschläge etc.), sondern wenig wohlgesonnene, schemenhafte Aliens, die der Menschheit nicht trauen, da sie ihre evolutionär erworbene Ausgeglichenheit zu stören droht, und die Entdecker - ähnlich wie in "Weltraumschiff MR-1 gibt keine Antwort" - deshalb nach Hause schicken, trotzdem aber das Liebespaar zum Studium ihrer Gefühle da behalten - sowie eine Katze... (Ein paar Versuchstiere sind auch beim Flug dabei.)

Übrigens kommunizieren die Außerirdischen mit den Menschen über proto-chinesische Piktogramme. Wieso gerade das, wird nicht thematisiert. Aber gut, dass auch eine Japanerin chinesischer Abstammung zur Besatzung gehört, die diese Zeichen fließend übersetzen kann.

Doch damit nicht genug: Zurück auf der Erde angekommen, müssen die Raumfahrer entdecken, dass die Mondbewohner komplett Nordamerika zur Warnung eingefroren haben, was - warum auch immer - nur mithilfe einer Atomexplosion in einem mexikanischen Vulkankrater rückgängig gemacht werden kann, was die Besatzung des Raumschiffes gleich erledigt.

Man sieht: Um eine solche, ansich schon verquere Geschichte adäquat umzusetzen, bräuchte man Zeit und Geld. Mit 74 Minuten Länge lässt sich "12 to the Moon" weder Zeit, noch reichte das Geld, um die nötigen Tricks auch nur annähernd umzusetzen. Zwar sind die Mond-Kulissen für einen B-Movie durchaus ansehnlich, aber damit war das Special-Effects-Budget anscheinend erschöpft. Bei der schließlichen Auftau-Aktion z.B. sieht man nichts vom Inneren der Bei-Rakete, in der zwei Astronauten los sausen, auch nicht in den Einstellungen, in denen sie in deren Cockpit gezeigt werden.

Origineller und charmanter ist da schon die Erklärung, warum die Astronauten auf dem atmosphärelosen Mond keine geschlossenen Helme brauchen, nämlich wegen eines "electromagnetic ray screens". So viel Erklärungsmühe macht sich nicht jeder.

Alles in allem hat dieser wirre Film außer seinem Kuriositäten-Status nicht viel zu bieten.

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