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++ Atomic Brain, The ++

Es gibt verschiedene Hinweise darauf, dass ein Film entweder billig produziert oder von jemandem gedreht wurde, der nicht genau wusste, was er tat. Einer der augenscheinlichsten ist die Qualität der Szenen-Ausleuchtung.

Auch "The Atomic Brain" sieht man die billige Machart am ehesten dem schummrigen Licht der Außenaufnahmen an, das kaum üblichen Hollywood-Standards entspricht. Die Innenaufnahmen hingegen bestechen mit expressionistischen Bildern mit starkem Schattenwurf, wie man sie kennt von den klassischen Universal-Horrorfilmen der 30er Jahre. Man kann also davon ausgehen, dass die anderweitigen Lichtprobleme eher zu geringem Budget als ungenügendem Können von Kameramann und Lichtmeister geschuldet sind.

Ein weiteres Erkennungszeichen eines C-Movies ist die Filmmusik: Heutige Billigproduktionen greifen in der Regel auf Dosen-Klänge zurück, seien es pseudo-hippe Elektronik-Klänge oder ein Plastik-Orchester aus dem Sampler. "The Atomic Brain" hingegen fällt in die Kategorie "gute alte Zeiten"; offensichtlich war auch für die Filmmusik nicht sehr viel Geld vorhanden, aber wenigsten wurde sie mit eben kleineren Orchester eingespielt, hauptsächlich mit Holzbläsern. Diese Kammerfilmmusik passt hervorragend zum kammerspielartigen Gesamtton des Films: Wenige Darsteller und die hauptsächliche Beschränkung auf einen Ort, nämlich die Villa der alten Dame Hetty March.

Diese ist die Bösewichtin der Geschichte. Sie finanziert die Experimente des Wissenschaftlers Dr. Frank (sehr subtil benannt), der eine Hirntransplantationstechnik entwickelt; er soll nämlich Marchs Gehirn in den Körper eines jungen hübschen Mädchens umtopfen (vgl. Steve Martins "The Man with Two Brains"). Um an einen passenden Körper zu kommen, lässt March über eine Dienstboten-Agentur drei junge Hausmädchen einfliegen. Natürlich erschnüffeln die drei Damen bald den reichlich stinkenden Braten, insbesondere, als sie Dr. Franks fehlgeschlagene Experimente entdecken, die in Form eines monsterartigen Mannes und einer wandelnden Frauenleiche durch den Villengarten marodieren. Daraus entstehen einige Verwicklungen, bei in Marchs Entourage - neben Dr. Frank noch ihr ältlicher Hausfreund bzw. enttäuschter Möchtegernliebhaber Victor - jeder jeden zu betrügen versucht, was natürlich für niemanden zu einem guten Ende führt.

Natürlich ist diese Geschichte nicht originell, und es hilf dem Film auch nicht, dass einiges davon von einem Off-Erzähler dargebracht und nicht einfach gezeigt wird; am Anfang von "The Atomic Brain" vergehen gut fünf Minuten, bis es einen ersten Dialog gibt; vorher wird erzählt, erzählt und erzählt, beinahe wie in einem Märchenfilm. Trotzdem entwickelt der Film durch die oben erwähnten düsteren Bilder und die gute Filmmusik sowie durch die herrlich bescheuerten Laborkulissen eine interessante Stimmung. Da er auch nur knapp 65 Minuten dauert, wird er ebenfalls nicht wirklich langweilig.

"The Atomic Brain" ist übrigens der Fernseh- und Video-Titel des Films; in den Kinos lief er unter dem Namen "Monstrosity". Natürlich kommt in der Geschichte kein "atomares Gehirn" vor. Atomkraft scheint nur beim Transplantationsprozess eine Hilfsrolle zu spielen, die für den Fortgang der Geschichte absolut unwichtig ist. Aber "Atom" muss in einer solchen Produktion eben sein, auch wenn 1964 der Höhepunkt der Atom-Panik eigenlitch überschritten war.

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