++ Augen des Satans, Die ++
Manchmal frage ich mich, wie sehr Drehbuchautoren der Schalk im Nacken sitzt - so auch angesichts von "The Brain from Planet Arous" (dt. "Die Augen des Satans"). Kann es Zufall sein, dass sich der titelgebende Planet ganz ähnlich schreibt wie das englische Wort "aroused"? Dieses bedeutet u.a. auch (sexuell) erregt - und das erwähnte Hirn entwickelt im Film bemerkenswerten sexuellen Appetit.
Wie kann ein vor allem aus purem Geist bestehender, sich nur gelegentlich verkörperndes außerirdisches Hirn sexuellen Appetit ausleben? In dem es den Körper des menschlichen Nuklearwissenschaftlers Steve March besetzt. Natürlich ist es nicht das vorrangige Ziel von Gor, so der Name des Aliens, Marchs Verlobte Sally zu verführen. Sondern es geht ihm darum, die Menschheit zu versklaven, um mit ihrer Hilfe an seinem Heimatplaneten Rache zu nehmen; dort war er als Verbrecher eingesperrt, konnte aber zur Erde fliehen.
Die Arousianer schicken ihm aber das freundliche Polizeihirn Vol hinterher, das - teilweise verkörpert in Sallys Hund (yepp) - Sally und deren Vater hilft, Steve zu retten und Gor mit Hilfe einer scharfen Axt zur Strecke zu bringen, bevor er mit Hilfe der von ihm kontrollierten radioaktiven Strahlung die Regierungen der Welt dazu erpressen kann, eine Invasionsflotte zu bauen.
Die Idee, dass es gleichermaßen gute wie böse Außerirdische der gleichen Rasse gibt, hebt "The Brain from Planet Arous" von den meisten Sci-Fi-Filmen aus der gleichen Zeit ab: Meist waren die Aliens eindimensionale Bösewichte, nur selten wie in "Der Tag, an dem die Erde stillstand" die Guten. Weiterhin fällt positiv auf: Im ersten Drittel des Films gibt sich die Regie vergleichsweise viel Mühe mit leichter bewegter Kamera und auffälligen Einstellungen. Später allerdings erlahmt dieses Anstrengung; vielleicht entwickelte die Produktion Zeit- oder Geld-Probleme.
Anderes ist leider allzu gewöhnlich, wie z.B., dass auch hier Radioaktivität gedankenlos als Aufhänger benutzt wird, ohne dass es für den späteren Verlauf der Geschichte eine entscheidende Rolle spielen würde: March und sein Kollege Dan Murphy messen nämlich unstetige Strahlenwerte aus Richtung des - oho - "Mystery Mountain" und wundern sich darüber: "Wie kann das sein? Entweder Strahlung ist da oder nicht." Erstens: Wieso sollte dies so sein müssen? Zweitens wird dieses seltsame "Verhalten" der Strahlung später weder erklärt, geschweige denn wichtig für die Geschichte.
Auch die Darstellerleistungen sind durchschnittlich. Der beinahe unvermeidliche John Agar bemüht sich - wie immer - redlich, den von Gor besessenen March bedrohlich wirken zu lassen, übertreibt dabei aber stark. Mit seinen dunklen Kontaktlinsen (davon, dass diese Augen aus der Ferne via Strahlung ganze Kompanien vernichten können, dürfte der deutsche Filmtitel "Die Ausgen des Satans" kommen) und dem übersteigert verzerrten irren Grinsen wirkt er eher unfreiwillig komisch.
Aber genau deshalb schaut man sich Filme wie "The Brain from Planet Arous" an.


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