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++ Begegnung im All ++

"Begegnung im All" ist nach "Der Himmel ruft" der zweite Film von Mikhail Karjukow. Wie dieser wurde er von Roger Corman gefleddert, um daraus einen "amerikanischen" Film zu machen: "Queen of Blood". Die Bearbeitung hier reicht aber weiter als die Transformation von "Nebo zovyot" in "Battle Beyond the Sun": Der Film wurde nicht wie dort nur synchronisiert und mit einigen zusätzlichen Szenen versehen, sondern "Queen of Blood" übernimmt zwar die Geschichte von "Begegnung im All", hängt ein neues Ende dran und obendrein wurden all jene Szenen mit amerikanischen Schauspielern nachgedreht, in denen man die Hauptdarsteller tatsächlich erkennen kann.

Nur einige Massenszenen und vor allem die Trickaufnahmen bleiben vom Original erhalten: Wie schon bei "Nebo zovyot" sind diese nämlich für ihre Zeit sehr ansehnlich geraten, mit schönen farbigen, geradezu romantischen außerirdischen Panoramen.

Interessant daran ist vor allem, wie sich der Tenor des sowjetischen Originals im Vergleich zur geänderten US-Version dreht. Hier wie dort fängt die Erde (ob russische oder US-Forscher ist ersteinmal ja nicht so wichtig) Signale nicht-menschlichen Ursprungs auf: Ein Raumschiff ist auf dem Mars bzw. einem seiner Trabanten notgelandet. Die Erde schickt eine Rettungsmission los, die unter persönlichen Opfern eine außerirdische Kosmonautin (bzw. Astronautin...) retten kann.

An dieser Stelle, also mit einem Beispiel trans-stellarer Hilfestellung - das sicherlich gut in die Propaganda-Absichten des Regimes passte - hört der russische Film mit einer hoffnungsvollen Note auf. In der US-Version entpuppt sich die gerettete Außerirdische als blutsaugendes Ungeheuer, das auf dem Heinflug beginnt, die Raumschiffbesatzung zu dezimieren: Anscheinend hat Corman und Co. in der utopischen Vision der Vorlage ein wenig die Action und die Spannung gefehlt. Obendrein ist "Begegnung im All" nur etwa 64 Minuten lang (allerdings ziehen sich diese mitunter sehr in die Länge, da stellenweise nicht viel passiert). Dies ist für einen Spielfilm natürlich sehr knapp, so dass möglicherweise auch die Laufzeit aufgebohrt werden sollte. Und vielleicht passte auch der naive Optimismus des Originals nicht ins realistischere kapitalistische Weltbild...

Nicht nur die Geschichte selbst verrät die kommunistische Herkunft, auch einige Szenen zu Beginn, die in einer Kosmonautenstadt nicht hartes, dreckiges Training, sondern fröhlich am Strand spielende Menschen zeigen, sind durchaus typisch für osteuropäische utopische Filme jener Zeit (siehe auch "Tumannost Andromedy" oder "Signale - Ein Weltraumabenteuer"). Weiterhin bemerkenswert ist noch der teilweise elektronische und für seine Zeit durchaus avantgardistische Soundtrack, für den teilweise Eduard Artemjew verantwortlich zeichnet, russischer Pionier der elektronischen Musik und späterer Hauskomponist von Andrei Tarkowski für "Solaris" und Co.

Begegnung im All ist übrigens wie etliche weitere osteuropäsische Science-Fiction-Filme bei Icestorm Entertainment im Rahmen ihrer "Science Fiction Klassiker"-Reihe auf DVD erhältlich.

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