++ ++

++ Beyond the Time Barrier ++

Ein Zwerg, der auf der Schulter eines Riesens steht, mag weiter sehen können als jener. Aber genauso ein Riese auf den Schultern eines Zwerges. Es ist nicht immer reine Originalität, die ein künstlerisches Werk zu etwas besonderem oden einem Meilenstein macht. Oft genug gibt es Vorläufer, die ähnliches Themen oder Techniken verwendeten, denen aber dennoch etwa fehlt, um sie in den Rang des Meisterwerks zu heben. So war es mit "It!" und "Planet der Vampire" vs. "Alien", so ähnlich ist es mit "Beyond the Time Barrier" vs. "Planet der Affen". Wobei hier die Ähnlichkeiten zum zwar immer noch guten, aber weniger brillianten zweiten Teil der Planet-der-Affen-Reihe, "Rückkehr zum Planet der Affen", noch deutlicher sind.

"Beyond the Time Barrer" erschien 1960, die Romanvorlage "Monkey Planet" erst 1963 (allerdings hat schon der Film World Without End eine ähnliche Geschichte, dieser scheint aber auf DVD nicht auftreibbar zu sein): Hier startet der Testpilot William Allison zu einem Flug mit einem experimentellen Jet, der ihn jenseits die Atmosphäre bringt. Dabei durchbricht er nicht nur die Schall- sondern auch die Zeitmauer. Nach seiner Landung auf der Erde muss er feststellen, dass sein Stützpunkt und anscheinend der Rest des Landes verlassen und verwüstet sind - bis er ein futuristisches, stadtartiges Gebilde entdeckt, wo er betäubt und gefangen genommen wird. Als er zu sich kommt, erfährt Allison, dass er 65 Jahre in der Zukunft gelandet ist. Eine globale Seuche hat den Großteil der Menschheit dahingerafft (ausnahmsweise kein Atomkrieg - aber auch die Seuche wurde durch die Zerstörung des natürlich Schutzmantels der Erde vor kosmischen Strahlen durch den aufgewirbelten Staub aller atomaren Explosionen verursucht).

Die Überlebenden teilen sich in zwei gegnerische Fraktionen auf: glatzköpfige, gewalttätige, halb irre Mutanten, die in der Natur nur notdürftig überleben können, und diejenigen, die sich in unterirdische Installationen retten konnten, aber durch die Folgen der Seuche großteils - bis auf zwei alte Männer, der "Supreme" und der "Captain" - taubstumm und steril wurden (diese Zweiteilung spiegelt übrigend die oft in SciFi-Filmen und -Büchern thematisierte Zweiteilung in eine aristokratische Oberschicht und ein benachteiligtes Proletariat wieder, siehe etwa auch einen weiteren Vorläufer, "Die Zeitmaschine", wenn auch diese Idee dort mit einer ganz eigenen, etwas anderen Ausrichtung versehen ist). Die Tochter des Supreme, Trirene, kann wenigstens Gedanken lesen und könnte sich fortpflanzen - und Allison soll genau dafür der männliche Gegenpart werden. Aber zusammen mit weiteren gefangenen Zeitreisenden, die sogenannten 'Scapes, die sich aus einem späteren Zeitpunkt der Geschichte - schon zu Zeiten der Seuche - in die Zukunft retten konnten, plant er Flucht und Rückkehr in die Vergangenheit.

Dieses unnötig verworrene dramatis personae und die resultierenden Inkohärenzen im Plot sind auch - neben dem wirren Techno-Babble, mit dem der Testflug und der anschließende Zeitsprung beschrieben und erklärt wird - das größte Problem des Films. Die Stärke von "Beyond the Time Barrer" liegt in den futuristisch-ansehnlichen Kulissen, die anscheinend großteils Überbleibsel des Texas State Fair 1959 waren: hauptsächlich dreieckige, piramidenartige Konstruktionen, die zumindest stellenweise für eine Optik sorgen, die auch einem expressionistischen Stummfilm nicht schlecht gestanden hätte (leider sind die verschiedenen Trickaufnahmen auch auf Stummfilm-Niveau). Allerdings müsste man dann auf das aufdringliche laute Tocktock der Stöckelschuhe verzichten, in denen die weiblichen Darsteller durch die Kulissen klappern.

Immerhin gibt es kein Happy-End: Zwar verliebt sich Allison - natürlich - in die bildhübsche und sympathische Trirene, diese aber stirbt während seiner Flucht, die zu einer Revolte der gefangenen Mutanten führt, und als Allisan in der Vergangenheit landet, ist er rasant die 64 übersprungenen Jahre gealtert, kann aber immerhin noch seine Vorgesetzten vor der Gefahr durch atomaren Staub warnen, und "Beyond the Time Barrier" bleibt ein interessanter, optisch teilweise ansprechender Science-Fiction-Film, der an einem zu wenig straff organisierten Drehbuch kränkelt - vom geringen Budget abgesehen, denn das gehört nunmal dazu.

++ Kommentare ++

++ Kommentar hinzufügen ++

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.