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++ Blood Red Planet ++

Der Film "Blood Red Planet" hat eigentlich auf dem neunten Planeten nichts zu suchen: Es gibt keine Definition von "klassisch", die dieses Ultra-Low-Budget-Machwerk (momentan jedenfalls) zu einem "klassischen" Science-Fiction-Film machen würde. Andererseits gibt es folgende Werbezeile: "In the spirit of the Italian sci-fi films of the 60's comes this space opera of cataclysmic proportions", und es ist um mich geschehen. In der Tat: Die Geschichte von "Blood Red Planet" kann man durchaus in der Nachfolge von "Battle of the Worlds" oder "Orion 3000 - Raumfahrt des Grauens" ansiedeln - in ganz klein.

Ein irrlaufender Planetoid verursacht Naturkatastrophen auf der Erde. Als das zur Erkundung losgeschickte Raumschiff "Omega 1" verschollen bleibt, macht sich die Besatzung der "Omega 2" (fünf Mann bzw. Frau plus Bordcomputer KAL(...)) auf, um sowohl deren Schicksal zu klären als auch die Bedrohung der Menschheit durch den Planetoiden nach Möglichkeit zu beenden. Dabei treffen sie auf schießwütige UFOs, mordwütige, von außerirdischen Geistern besessene Zombies und auf dem Irrläufer schließlich auf ein unterirdisches Gangsystem, in dem ein Alien-Zyklopenmonster haust, das der Menschheit den Garaus machen möchte.

Diese Inhaltsbeschreibung alleine klingt schon übel. Spätestens wenn man sich außerdem vergegenwärtigt, dass "Blood Red Planet" mit einem geschätzten Budget von 200$ gedreht wurde, ist klar, dass es sich hier um puren, astreinen Müll handelt.

Das verwaschene Bild schreit "Heimvideo", die gelegentlichen CGI-Passagen liegen etwa auf dem graphischen Niveau eines Computerspiels von Mitte der Neunziger, mangels Kulissen besteht der Film ansonsten nahezu nur aus Großaufnahmen und Archiv-Bildern für die Umweltkatastrophe. Die Schauspieler solche zu nennen wäre ein grenzenloser Euphemismus. Anscheinend war nicht einmal Geld für Puder vorhanden, so sehr, wie manche der Darsteller glänzen (im nicht übertragenden Sinne natürlich). Die Requisiten stammen großteils aus dem Baumarkt, ver mute ich. Die Atemgeräte der Astronauten bestehen aus Staubschutzmasken und umgedrehten Sportler-Trinkflaschen. Die Kommando-Zentrale der "Omega 2" ist offensichtlich ein Video-Schnitt-Raum, an dessen Wände etwas Verpackungsmaterial geklebt wurde, und das Monster in der Klimax des Films eine Handpuppe (dort wird der Film aber endlich so trashig, das er richtig Spaß zu machen beginnt. Vorher herrscht eher ungepflegte Langeweile).

"Blood Red Planet" wegen all diesem gnadenlos herunter zu machen, wäre aber trotzdem viel zu einfach. Denn zur Hölle noch mal: Wenigstens haben die Gebrüder Mark und John Polonia sowie ihr Mitstreiter Jon McBride einen verdammten Science-Fiction-Film gedreht, sogar einen mit einer Art Moral, nämlich der, dass das menschliche Durchhaltevermögen und der menschliche Überlebenswille nicht unterschätzt werden darf, wie eben von dem bösen außerirdischen Monster. Und nicht nur einen einzigen SciFi-Streifen übrigens, ganz abgesehen von ihren Splatter- und Horrorwerken. Nicht jeder, dem professionelle Mittel fehlen, kann oder will jahrelang an einem Film feilen, wie es andere Zero-Budget-Filmemacher vorziehen. Was raus muss, zumindest raus soll, muss oder soll eben raus.

Außerdem: Wenn man solche Werke wie "Blood Red Planet" sieht, lernt man auch die Sci-Fi-Gurken-Filme aus den 50er und 60er Jahren neu schätzen. Denn selbst die miserabelsten derer sind im Vergleich astreine Profi-Werke.

++ Kommentare ++

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