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++ Cat-Women of the Moon ++

Der Titel "Cat-Women of the Moon" erinnert an die "Fire Maidens from Outer Space", inhaltlich geht es eher in Richtung "Queen of Outer Space": Eine versteckte Frauen-Zivilisation auf dem Mond lockt durch telepathische Gedankenkontrolle der weiblichen Raumschiff-Navigatorin ein irdisches Raumschiff an, mit dem die Amazonen-Führerinnen zur Erde zurückzukehren gedenken, um dort über ähnliche Beeinflussung der weiblichen Bevölkerung die Macht über den Planeten zu erlangen.

Nebenbei: Dass der männliche Drehbuchautor dies für einen sinnvollen Plan hielt, sagt einiges darüber aus, wie er die Verteilung der Machtverhältnisse innerhalb der Menschheit sieht.

Titel und Inhaltsangabe ist bereits zu entnehmen, dass es sich hier um einen totalen B-Movie handelt, wozu die geringe Produktionsdauer (5 Tage Dreh), augenscheinlich kaum vorhandenes Budget, die kurze Laufzeit (64 Minuten) auf's prächtigste passen. Dass nach B- noch C-Movies kommen, beweist, so las ich gelegentlich, das - unglaublich, aber war - Remake von "Cat-Women of the Moon", das es nur wenige Jahre später gab: "Missile to the Moon". Mehr dazu aber erst demnächst in diesem Kino. Worum die Mond-Bewohnerinen "Cat-Women" genannt werden, ist - davon abgesehen, dass es reisserisch klingt - übrigens nicht restlos klar; ich vermute wegen der "catsuits" (enganliegende langärmlige Einteiler), die sie tragen.

Zum Fortspinnen der langen Liste von SciFi-Klischees kann "Cat-Women of the Moon" zwei Beiträge liefern (den unvermeidlichen Ausdruckstanz der Katzenfrauen sortiere ich das bereits mehrere Male erwähnte Tanz-Klischee ein):

Zum einen scheint es unvermeidlich, dass ein einsames Raumschiff im riesigen Sonnensystem während eines eher kurzen Flugs früher oder später von einem zielgenau seine Flugbahn kreuzenden Asteroiden bedroht wird: Der kümmerliche Versuch, der tatsächlichen Öde eines Weltraumfluges Spannung einzuhauchen. Dieser Hauch hat nur leider Mundgeruch.

Zum anderen bringt wohl jeder (fiktiv) lebentragende Planet monströse Spinnenviehcher hervor, die, oft ach so unwartet von der Decke baumelnd, über die Astronauten-Entdecker herfallen. Wenn die Handlung an sich keine Spannung her gibt, muss eben ein Monster her, und die menschlichen Urängste angesichts krabbelnden Spinnengetiers scheinen mächtig zu sein (vgl. die Reaktionen auf die Spider-Pit-Szene in Peter Jacksons "King Kong").

Fast ein Klischee hätten Liegen im Raumschiff werden können (vgl. "Project Moonbase" oder "Destination Moon"; hm, alles Filme mit "Moon" im Titel), die sich aber anscheinend doch nicht durchsetzten und man in späteren Filmen nur noch selten sieht. Vielleicht wirkte es doch ein wenig zu albern, wenn sich die Besatzung erst auf Campingpritschen mühsam festschnallt, dann anschließend auf Bürostühlen mit Rollen Platz nimmt (auf der Brücke des Schiffs!).

Nun gut, all zu viel wissenschaftliche Genauigkeit erwarten niemand - und bekommt sie auch nicht. Auf dem Mond ist alles nämlich ganz easy: Zum Beweis dafür, dass es in einem Höhlensystem ungefährlich ist, den Raumanzug abzulegen, genügt es, dass sich ein glücklicherweise mitgebrachtes Streichholz anzünden lässt. Denn dies beweist, dass dort Sauerstoff vorhanden sein muss. Alla gut. Wen interessieren schon mögliche tödliche Keime oder weitere Gase?

Zu Zeiten der heraufdämmernden privaten Raumfahrt möglicherweise gar nicht einmal mehr so abwegig ist die kaum verhüllte Schleichwerbung, die ein Besatzungsmitglied aus Hoffnung auf Gefälligkeiten der Herstellerfirma vom Mond aus bei einem kurzen Funkinterview mit der Erde für ein Schmiermittel macht, dass so prächtig zum Gelingen der Mission beigetragen habe - was Charles Fort aber schon 1931 voraussah:

-- and somebody about to sail to Lyra reduces living expenses by letting it be known what brand of cigarettes he'll take along --

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