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++ Cyborg 2087 ++

Ein Maschinenmensch wird von einer Rebellengruppe aus der Zukunft in die Gegenwart zurück geschickt, um eine technische Entwicklung zu verhindern, die die Versklavung der Menschheit zur Folge haben wird. Ihm werden deshalb von den Zukunftsherrschern weitere Maschinenwesen nachgeschickt, die ihrerseits dies verhindern sollen. Nein, es geht nicht um "Terminator 2"; es geht um "Cyborg 2087", einen wenig bekannten Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1966 (die Hauptrolle spielt übrigens Michael "Klaatu" Rennie).

Nun gut, "Maschinenmensch" ist nicht ganz richtig: Wie der Titel angibt, handelt es sich bei dem Zeitreisenden Garth um einen kybernetisch "verbesserten" Menschen, nicht um einen Androiden. Neben verschiedenen körperlichen Anpassungen sind ihm aber auch Gefühle ausgetrieben worden, so dass zum Roboter nicht viel fehlt. Aber natürlich findet Garth diese verlorenen Gefühle angesichts der hübschen Forscherin Dr. Mason in der Vergangenheit wieder.

Auch in anderer Hinsicht unterscheidet sich die Geschichte von "Cyborg 2087" zwar einerseits von der Terminator-Mythologie, ist andererseits dann doch nicht so weit weg davon: In der Zukunft haben nicht intelligente Maschinen die Menschheit versklavt, sondern die Erfindung der "Radio-Telepathie" (maschinell gesteuerter Telepathie, die nicht nur Kommunikation via Gedanken ermöglicht, sondern auch, dass der Sender dem Empfänger seinen Willen aufnötigen kann) hat dafür gesorgt, dass freier Wille und Privatsphäre der Vergangenheit angehören; d.h. die (meisten) Menschen sind selber zu einer Art Robotern geworden.

Übrigens muss sich Garth ähnlich wie der Terminator nach seiner Ankunft in der Vergangenheit erstmal auf illegale Weise neue Kleidung besorgen, allerdings nicht, weil er nackt ist, sondern weil seine futuristische Aufmachung zu aufsehenerregend wäre. Dass er dabei ausgerechnet einen Mantel klaut, der das auffälligste Merkmal, seine silbernen halbhohen Stiefel, nicht bedeckt, ist natürlich unglücklich.

Trotz der interessanten Prämisse hat "Cyborg 2087" leider nicht viel interessante Geschichte zu bieten: Garth landet im Jahr 1965, wird von den gegnerischen Tracer-Cyborgs verfolgt, er überzeugt das Forscherteam von "Future Corp.", das am nächsten Tag die Radiotelepathie vorstellen will, dies nicht zu tun, besiegt nach der ein oder anderen Verfolgungsjagd und nach in einigen Kämpfen die Tracer und kehrt in die Zukunft zurück. Es handelt sich also eher um einen vorläufer moderner sf-verbrämter Action-Filme.

Dem unentrinnbaren Zeitparadoxon entgeht diese Geschichte natürlich nicht: Wenn Garths Mission erfolgreich ist, kann sie gar nicht stattfinden, da es keinen Grund gäbe, ihn in die Vergangenheit zu schicken, also kann sie nicht erfolgreich sein. Immerhin nimmt Drehbuch-Autor Arthur C. Pierce (siehe auch "Beyond the Time Barrier", "The Human Duplicators", "Mutiny in Outer Space") das Problem zur Kenntnis: Nach dem Erfolg seiner Mission erlischen in den Beteiligten in der Jetztzeit sämtliche Erinnerungen an seinen Besuch in der Vergangenheit.

Der einzige weitere randständig interessante Aspekt an "Cyborg 2087" ist vielleicht, dass auch hier wieder die Verwandschaft von Science Fiction und Western zum Tragen kommt (vielleicht sogar augenzwinkernd darauf angespielt wird): Große Teile des Films, vor allem der entscheidende Showdown zwischen Garth und dem letzten verbleibenden Tracer spielen in einer Western-Geisterstadt.

Insgesamt gilt aber: Kein wirklicher schlechter, aber auch keinesfalls ein aufregender Film.

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