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++ Dark Star - Finsterer Stern ++

Langsam wird's im Pantheon der "Alien"-Vorläufer ein wenig eng (dabei habe ich "Queen of Blood" bisher noch gar nicht erwähnt, fällt mir auf). Wenigstens ist der - allerdings etwas verquere, siehe unten - Einfluss von Dark Star an einer Personalie festzumachen: "Dark Star-"-Co-Autor Dan O'Bannon war nämlich ebenfalls einer der "Alien"-Drehbuch-Autoren. "Dark Star" selbst ist im Wesentlichen sein Baby und das von Regisseur John Carpenter und begann als College-Film der damaligen Debütanten. Das merkt man: das Budget muss bei ungefähr 150$ gelegen haben. Aber was Onkel Zappa über "Monster Movies" sagt, gilt so ähnlich für Science Fiction: "And cheepnis in the case of a monster movie has nothing to do with the budget of the film". Auch mit null Geld kann - muss natürlich nicht - großes Kino entstehen.

Die Alien-Referenz in diesem Fall ist eine längere Szene, in der das Besatzungsmitglied Sgt. Pinback (gespielt von O'Bannon selbst) das vom ihm früher aufgesammelte Alien durch die Eingeweide des Raumschiffs "Dark Star" verfolgt, nachdem dieses beim Füttern entkam - also die Alien-Thematik quasi auf den Kopf gestellt, worauf O'Bannon selbst hingewiesen hat. "Auf den Kopf gestellt" ist auch das Alien-Design: statt eines bedrohlichen, scheinbar unbesiegbaren intelligenten Raubtiers hier ein psychedelisch-bunter, hüpfender Strandball mit zwei Händen. "Dark Star" ist eine Komödie. Aber eine sarkastische, sehr lakonische.

"Dark Star" und seine vierköpfige Besatzungen durchstreifen seit 20 Jahren ferne Sonnensysteme, die zur späteren Kolonisation vorgesehen sind, und sprengen dort instabile Planeten, die das jeweilige Sonnensystem selbst instabil machen könnten. Zu diesem Zweck hat das Schiff einen Zentralcomputer mit Mutter-Instinkten und intelligente Atombomben an Bord, beginnt aber leider, durch Verschleiß und Meteoriten-Einschläge auseinanderzufallen. Dabei kommt es zu mehreren Fehlalarmen - und dann versuche mal einer, eine intelligente Atombombe mit philosophischen Diskursen dazu zu überreden, nicht zu explodieren, sondern friedlich ins Schiff zurückzukehren. Das geht natürlich nicht lange gut. Aber vorher kann man nicht nur dem Schiff, sondern auch der Besatzung beim Zerfall zuschauen - im Kampf gegen Langeweile, Routine und Lagerkoller.

Alles in allen ein wirklich netter, ruhig-amüsanter kleiner Film, der mit jeder Einstellung "Kult" schreit - nicht unberechtigt.

++ Kommentare ++

Dark Star, wie hat sich dieser Titel und dieser Film in mein Gehirn gebrannt.
Ich halte diesen Film, trotz mancher verzeihlichen Längen, für eines der
grandiosesten Machwerke dieses Genres.

Wenn Raumfahrt alltäglich wird, ist sie eben so:
Low Budget, Situationskomik, Langeweile ...

Hier wird die Langeweile an Bord aber noch richtig zelebriert:
Bartstutzen, Führen von Videologbüchern und ein kleiner
musikalischer Ausflug zeigen, dass Raumfahrer auch nur
Menschen wie Du und ich sind.

Mein persönliches Highlight ist die Erklärung, warum
"Sgt. Pinback" mit an Bord ist ...

Insgesamt ein pointierter, etwas ruhiger Film mit vielen Möglichkeiten,
gerade deshalb laut zu lachen. Dabei ungewöhnlich und auch durchaus spannend.

Ein absolutes Highlight mit Kultstatus !!!

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