++ Devil Girl from Mars ++
"Devil Girl from Mars" ist ein seltsam zweigeteilter Film: Er beginnt wie ein klassischen Melodram, bevor mit der Landung der titelgebenden, vor allem sehr redseligen Außerirdischen hemmungsloses Techno-Gebabbel auftritt, ohne dass eigentlich viel passiert.
Die ersten 10 Minuten des Film sind routinierte Exposition: Die Hauptfiguren, ihre Eigenheiten und der Ort der Handlung werden en passant vorgestellt. In einem Hotel im schottischen Hochland findet eine Gruppe von Menschen aus verschiedenen Gründen zusammen: Vom entflohenen Mörder, dessen Geliebter (einer Bardame), über den Professor, der ein ungewöhnliches Himmelsphänomen untersuchen soll, den Journalisten, der ihn begleitet bis hin zum melancholischen Model. Dort hinein platzt die marsianische Amazone Nyah, die eine Art Gegenstück zu Klaatu aus "Der Tag, an dem die Erde still stand" darstellt:
Wie Klaatu legt sie die Technik in ihrer Umgebung komplett lahm (nicht wie dieser die komplette Erde, sondern nur ein Hotel im Moor, aber immerhin), und auch Nyah hat einen mächtigen Roboter dabei - der allerdings wesentlich weniger beängstigend wirkt als Gort, und mehr nach Pappkarton auf Beinen ausschaut.
Auf dem Mars gab es einen Kampf der Geschlechter, den die Frauen gewonnen haben, und jetzt ist Nyah auf der Erde auf der Suche nach Ersatz für die schwächlichen, aussterbenden Mars-Männer. Eigentlich wollte sie nach London, hatte sich aber verschätzt, was die Dichte der irdischen Atmosphäre angeht - vielleicht eine Anspielung auf den dicken Londoner Nebel? Der Professor erkennt bei seinem Besuch in Nyahs fliegender Untertasse, wie diese - via heftige Explosion - lahm gelegt werden könnte und der entflohene Häftling opfert sich auf, um dies zu tun, als Nyah ihn als Führer mit nach London nehmen will. Film zuende.
Was (wenn überhaupt) uns "Devil Girl from Mars" mit seinem Science-Fiction-Anteil sagen will, ist mir nicht klar. Außer dem für die damalige Zeit durchaus auffälligen Kostüm der Titelfigur, dem im Vergleich erstaunlich albernen Roboter und einem wenig originellen UFO (mit wenig aufwändigen Trickaufnahmen) gibt es auch nicht arg viele Schauwerte: Eigentlich ist "Devil Girl from Mars" eher ein Kammerspiel, das mit einer fest umrissenen Anzahl Charaktere im Wesentlichen an einem festen Schauplatz - dem Hotel - spielt (in der Tat basiert der Film auf einem Theaterstück). Andererseits ist der Melodram-Anteil auch nicht hoch genug, um den Film darüber interessant zu machen. Seltsam, aber nicht seltsam genug.
Eines hat "Devil Girl from Mars" aber im Überfluss zu bieten: Die klassische geschlossene Einstellungs-Form im Extrem, was die Statik des Films auch filmtechnisch illustriert. Einige (aus etlichen möglichen mehr ausgesuchte) Beispiele:


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