++ Endstation Mars ++
"Mission Mars" (dt. "Endstation Mars") war schon im Jahr 1968 ein Anachronismus: Drehbuch und Produktionsdesign entsprechen eher einem Science-Fiction-B-Movie aus den 50er Jahren als einem Film, der im gleichen Jahr wie "2001 - A Space Odyssey" herauskam. Wenn man ihn aber beim Anschauen innerlich zehn Jahre zurück datiert, kann man ihn als Fan jener Ära mögen, natürlich nur "warts and all", wie's im Englischen so schön heißt.
Die Geschichte: Eine dreiköpfige amerikanische Besatzung, zwei Piloten und ein Geologe, fliegt zum Mars. Auf dem Weg dorthin kommen sie an zwei tot im Weltraum schwebenden Kosmonauten von der russischen Mars-Mission vorbei. Abgesehen vom obligatorischen Meteoritenschauer (ein nicht sterben wollendes Klischee, und weiterer Hinweis darauf, dass "Mission Mars" trotz seines Entstehungsjahres eher den 50ern zuzurechnen ist) verläuft die restliche Reise glatt. Nach der Landung treffen die Astronauten aber auf ungeahnten Widerstand: Sie werden von seltsamen Wesen und/oder Maschinen mit Hilfe eines unbekannten Kraftfelds festgehalten. Zwar stellt sich heraus, dass der dritte russische Kosmonaut, den sie gefroren auf dem Mars vorfinden, nach dem Auftauen noch lebt, zwei der amerikanischen Astronauten kommen aber bei Konfrontationen mit den außerirdischen Entitäten um, bevor der Russe und der US-Kommandeur doch noch fliehen können.
Nicht gerade eine originelle Story. In der Tat, das einzig originelle an "Endstation Mars" sind diejenigen Elemente, die den Film dann doch als aus den 60er Jahren stammend kennzeichen, insbesondere der Soundtrack, beginnend mit dem pseudo-psychedelischen Titelstück. Es wirkt ein wenig befremdlich, aber auch charmant, wenn das Raumschiff zu den Klängen eines elektrischen Cembalos und beinah wilden Flöten-Improvisationen durch's All schwebt. Filmtechnisch geht's ebenfalls etwas bewegter zu, als es noch ein paar Jahre früher üblich gewesen wäre, mit mehr Einstellungen und Schnitten und auch der ein oder anderen Kamerafahrt.
Dafür sind die Modelle, Requisiten und Kulissen voll auf der Linie trashiger B-Filme der 50er, siehe die Liegen, auf denen die Astronauten ihre Reise beginnen, die Bürostühle in ihrem Kommandostand, die trotz Sauerstoffversorgung unten offenen Helme ihrer Raumanzüge, die engen Kulissen ohne Horizont, durch die die Schauspieler stolpern (andererseits: Diese erinnern auch an ein weiteres 60er-Jahre-Produkt, nämlich "Raumschiff Enterprise" der Kirk- und Spock-Ära), wobei sie teilweise drei Schatten werfen (da der Mars keine drei Sonnen hat, kann dies wohl nur an reichlich unprofessioneller Ausleuchtung liegen...).
Jedenfalls wurde hier sehr ökonomisch gefilmt: Manche Aufnahmen werden gleich zwei- oder dreifach verwertet, neben verschiedenen Trickaufnahmen der fliegenden Rakete etwa auch das Abstoßen einer Triebwerksstufe, das ebenfalls als Andock-Manöver an ein Versorgungsschiff dient - einfach, in dem der entsprechende Filmstreifen rückwärts ablaufen gelassen wird. À propos: Wie viele frühere Filme bedient sich "Mission Mars" beherzt sogenannter "Stock Footage", nur, dass 1968 im Gegensatz zu den 50er Jahren bereits Archiv-Aufnahmen von echten Raumfahrt-Missionen (Starts, Flugszenen, Kommandozentralen) zur Verfügung standen.
Also: Ein Film vor allem für Nostalgiger, gleich im doppelten Sinne, denn ein solcher war er bereits bei seiner Premiere.


++ Kommentar hinzufügen ++