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++ Eroberung des Weltalls, Die ++

"Conquest of Space" (dt. "Die Eroberung des Weltalls") stammt vom gleichen Team wie der gute und einflußreiche "War of the Worlds" (dt. "Kampf der Welten"), nämlich Produzent George Pal und Regisseur Byron Haskin, ist aber inhaltlich eine Art Gegenstück dazu.

Während in "Kampf der Welten" der Weltraum als Bedrohung in Form böswilliger Außerirdische über die die Erde hereinbricht, wagt die Menschheit in "Conquest of Space" die ersten Schritte ins Weltall und muss dabei feststellen, dass sie nicht für's Überleben im All geschaffen ist. Während in "War of the Worlds" (jedenfalls Pals Filmversion) die Rettung vor den Invasoren zu einer Art göttlicher Fügung verklärt wird, sorgt überzogene Religiösität in "Die Eroberung des Weltalls" fast für eine Katastrophe.

Der Raum-Pionier Colonel Samuel T. Merrit bereitet auf einer Raumstation, die wegen ihrer Form nur "The Wheel" genannt wird, einen ersten Testflug zum Mond vor. Dafür lässt er von einer ausgewählten, streng trainierten Mannschaft ein Raumschiff bauen. Die Ungeeignetheit des Menschen für den Raum macht sich aber hier schon bemerkbar, als nicht nur Merrits Sohn Barney, einer der eingeplanten Astronauten, wegen Heimwehs nach seiner Familie sich sehr zum Unwillen seines raum-enthusiastischen Vaters zurück auf die Erde versetzen lassen will, sondern ein weiterer Kandidat an einer Raumkrankheit zu leiden bedingt. Auch die restlichen Astronauten leiden durch das entmenschlichende strikte Trainingsregiment und die Abschottung durch die Kasernierung auf der Raumstation - ein hoher Preis, der für die Raumfahrt gezahlt wird.

Als dann kurzfristig vom irdischen Oberkommando der Testflug zum Mond durch eine ausgewachsene Mars-Mission ersetzt wird, kommen Merritt, der obendrein zum General befördert wurde, erste Zweifel. Trotzdem macht er sich mit einer fünfköpfigen Besatzung auf den Weg. Auf dem Flug bekommt er aber immer stärkere, bizarrerweise religiös motivierte Zweifel und beginnt, die Mission zu sabotieren.

Diese Wandlung des enthusiastischen, strengen, befehlstreuen Kommandanten zum bibelschwingenden Fundamentalisten ist zwar der zentrale Plotpunkt des Films, aber auch seine größte Schwäche, da sie vollkommen unvorbereitet ist und damit überaus unplausibel wirkt. Zweifel am Sinn der Mission und entsprechende Handlungen hätte man auch über natürlichere menschliche Entwicklungen aufbauen können, ohne dass Merritt gleich ein Sakrileg daraus machen hätte müssen. Der Schrecken der Leere, der Unwirtlichkeit und des Unbekannten ist hier zwar noch nicht wie in den meisten späteren Raumfahrt-Filmen in außerirdische Monster kodiert, hätte aber auch ohne christlischen Fundalismus-Anfall ausgereicht, um den Kommandanten zweifeln und evtl. sabotieren zu lassen.

Wohl wegen dieser seltsamen Story-Wendung wird "Conquest of Space" allgemein nicht sonderlich geschätzt, insbesondere, da er auch ansonsten filmtechnisch nicht mehr als gehobenen Durchschnitt zu bieten hat. Es war zwar offensichtlich ein deutlich größeres Budget für etwas bessere Tricks und Miniaturen, sowie mehr und aufwändigere Kulissen als bei kleineren B-Produktionen vorhanden, trotzdem wirkt "Die Eroberung des Weltalls" für heutige Augen reichlich hausbacken. Es ist z.B. immer wieder erstaunlich, wie wenig die alles durchdringende Computerisierung in der Film-Science-Fiction der 50er vorhergesehen wurde.

Allerdings scheint mir, als ob "Conquest of Space" ein Einfluß auf Antonio Margheriti und dessen Italo-Bunsenbrenner-Filme gewesen sein könnte: Die Raumstation und ihr Design, sowie einige Details wie z.B., dass ankommende Raumfahrer nicht mit ihrem Schiff an der Station andocken, sondern in der Nähe "parken" und anschließend frei durch den Raum zur Station schweben, erinnern deutlich an "Gamma I" und Co.

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