++ Flight to Mars ++
Neben dem Mond war es vor allem der Planet Mars, der die Filmemacher des klassischen Science-Fiction-Zeitalters anzuziehen schien. Von Serials wie "Flash Gordon" abgesehen, gab es bereits 1951 einen "Flug zum Mars", "Flight to Mars". Aber wie mit dem Sputnik waren die Sowjets ein Stück früher dran: "Flight to Mars" ist nämlich eine lose Adaptation von Alexei Tolstois (nicht zu verwechseln mit Lew "Krieg und Frieden" Tolstoi) Roman "Aelita", der bereits 1924 in Russland verfilmt wurde.
Das ist schon fast das spektakulärste an "Flight to Mars", der ansonsten ein eher reaktionärer, kleiner SciFi-Film aus der Frühphase des Genres ist (bis auf die Tatsache, dass er in Farbe gedreht wurde, entspricht er großteils einem B-Movie, wie er auch ein paar Jahre später mit winzigem Budget entstanden sein könnte).
Reaktionär deshalb, da die Menschheit, kaum dass sie sich - natürlich in einer militärisch geführten Operation - ins All wagt, mal wieder sofort Bösewichten begegnet (auf dem Mars eben), die nur auf eine Invasion der Erde aus sind, da ihre eigenen Rohstoffe zur Neige gehen. Der Film deutet zwar vor dem Start einen ideologischen Konflikt zwischen Raumflug-"Interventionalists" und -"Isolationalists" an, also denen, die ähnlich wie vor den Weltkriegen wollten, dass die USA sich "einmischen" bzw. "raushalten", vergisst dieses Thema aber komplett, sobald die Mars-Rakete auf dem Weg ist. Schließlich gibt es ab dann wichtigeres abzuhaken, etwa das unvermeidliche Meteoriten-Sturm-Klischee...
Außerdem ist die Darstellung des einzigen weiblichen Expeditionsmitglieds ziemlich schizophren: Zum einen ist sie eine für die Mission angeblich unverzichtbare Wissenschaftlerin, zum anderen scheinen ihr größte Wünsche ein Ehemann und Kinder zu sein. Auf dem Mars erkundigt sie sich - kein Scherz, kein Augenzwinkern weit und breit - als allererstes danach, wo denn die Küche sei. Nur gut, dass sie mit dem die Expedition begleitenden Reporter endlich einen Mann findet, der im Gegensatz zum Raumschiff-Kommandanten ihre Hingabe zu schätzen weiss. Aber auch jener findet auf dem Mars die Liebe, natürlich in Form einer willigen Marsianerin, der wissenschaftlichen Assistentin Alita.
Das Alter des Films macht sich auch an anderem bemerkbar, etwa daran, dass die Astronauten am Abend vor dem Start fröhlich und frei paffen, Alkohol drinken und ausgehen. Sogar in der Rakete sind Zigaretten nicht tabu. Undenkbar heutzutage, wo man eigentlich nur noch darauf wartet, dass weltweit in Kneipen (geschweige denn Raumschiffen...) nicht nur das Rauchen, sondern auch das Trinken verboten wird.
Auf dem Mars treffen die Entdecker auf eine Zivilisation, deren Bewohner wenig außerirdisch wirken, sondern nur Menschen in komischen Klamotten zu sein scheinen, die zwar in hochtechnisierten unterirdischen Städten voller technologischer Wunder leben können, aber die Kunst der Raumfahrt bis dato nicht zu meistern im Stande waren. Da kommen die Erdlinge mit ihrer Rakete gerade recht, die zwar bei der Bruchlandung beschädigt, aber reparierbar ist: Die Führung der Marsianer plant mit deren Hilfe die Invasion der Erde, da die marsianischen Vorräte des lebenswichtigen Elements Corium nur noch wenige Jahre reichen werden. Aber gottseidank gibt es auf dem Mars auch friedliebende, verständige Wesen, u.a. eben Alita und ihren Vater, die den Astronauten helfen, die Pläne des Ratsvorsitzenden zu vereiteln und erfolgreich vom Mars zu fliehen.
Bis zu diesem ziemlich abrupten Ende plätschert "Flight to Mars" wenig mitreißend vor sich hin. Weder die Raumfahrt-Passagen, noch das bemühte Liebesdreieck, noch die Szenen nach der Entdeckung der bösen Pläne der Mars-Oberen entwickeln den geringsten Ansatz von Dramatik. Richtig übel ist "Flight to Mars" zwar nicht, aber eben auch nicht gut, sondern in allem eher halbgar. Dies und die altbackene Produktion machen ihn wohl nur für ausgesprochene Genre-Fans und -Historiker interessant.


...mir ist die Ähnlichkeit der "Unterirdischen Stadt" mit der von "Metaluna 4 antwortet nicht" aufgefallen, scheint mir sogar die Selbe Zeichnung zu sein.....
"Flight to Mars" "plätschert" wirklich so dahin. Immerhin spielt Cameron Mitchell den Reporter. Seine bekannteste Rolle für das deutsche Publikum spielte er in der Westernserie High Chaparral als Onkel Buck.
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