++ Frankenstein Meets the Space Monster ++
Ich geb's zu: eigentlich wollte ich dieses Ding aus dem filmischen Sumpf im zweiten Teil des DVD-Rundumschlags auf progblog.de aus reiner Freude am Kontrast direkt unter dem Absatz zu "Citizen Kane" platzieren. Dann wucherten die Anmerkungen zu "Frankenstein meets the Space Monster" allerdings auf eine Größe, die einen eigenen Eintrag nötig machen. Auch deshalb: mehr Spass als "Citizen Kane", der mindestens tausendmal bessere Film, macht "Frankenstein Meets the Space Monster" allemal. Aber um das zu wissen, reicht eigentlich schon der Titel.
Nicht überzeugt? Na gut:
Außerirdische, angeführt von einer Pseudo-Cleopatra und ihrem glatzköpfigen, latexspitzohrigen Zwergen-Adlatus, besuchen die Erde, um Zuchtweibchen für ihre nach einem Atomkrieg auf dem heimatlichen Planeten vom Aussterben bedrohte Rasse zu finden. Gleichzeitig startet die NASA zufälligerweise eine mit einem experimentellen Cyborg-Astronauten (übrigens: der Begriff "Cyborg" wurde von Manfred E. Clynes und Nathan S. Kline Anfang der 60er geschaffen, um ihre angedachten Überlegungen, Astronauten für den gefahrlosen Aufenthalt im All mit physiologischen "Verbesserungen" verschiedener Art zu versehen, mit einem Begriff zu versehen) namens Captain Frank Saunders (wie Frank Enstein, doh!) besetzte Erkundungsrakete, was von den ETs als Angriff interpretiert wird. Also schießen sie das NASA-Schiff über Puerto Rico ab, wo sie anschließend selber landen (irgendwie komisch: von außen schaut ihr Gefährt deutlich kleiner aus, als die Innenaufnahmen suggerieren). Der Roboter-Astronaut wird durch den Absturz beschädigt und verwandelt sich in eine Killermaschine, während die Außerirdischen knapp bekleidete Damen vom Strand und Pool-Parties entführen, um sie in ihrem eigenen Raumschiff als Inkubatoren zu benutzen (wozu sie aus mir nicht bekannten Gründen mit einer Gardine bedeckt werden müssen: Gewebe als Sperma-Symbol? WTF - im wahrsten Sinne des Wortes). Währenddessen befindet sich der Erbauer Franks mit seiner hübschen Assistentin auf der Suche nach seinem Geschöpf. Diese wird schließlich ebenfalls von den Aliens verschleppt, Frank greift die Aliens an, und es kommt zur großen Schlusskonfrontation, bei es zu einem Kampf zwischen Cyborg und dem von den Invasoren mitgeführten Mutantenmonster kommt, während die halbe US-Armee versucht, das außerirdische Raumschiff in Stücke zu bomben.
Genug gesagt. Eigentlich. Aber in aller Fairness: während Story, Effekte und die pathetischen Ausserirdischen mehr als albern sind, ist das Make-Up des angeschlagenen Cyborgs/Roboters (in dieser Hinsicht eine Art Vorläufer von Arnies Terminator) gar nicht mal schlecht. Das des Monsters ebenfalls - auf üble Art und Weise.
Außerdem besteht "Frankenstein Meets the Space Monster" mangels Budget für aufwändige Massensequenzen und Effektaufnahmen zu großen Teilen aus Versatzstücken filmischen Archivmaterials der US-Armee und NASA, das aber zugegebenermaßen gekonnt hinein- und zusammengeschnitten wurde, wobei die unterlegte Musik oft aus zeittypischen Beat- und R'n'B-Nummern besteht, was dem ganzen eine zusätzlich surreale Atmosphäre verleiht. (Ähnliches - in Sachen Soundtrack - war allerdings später auch Quentin Tarantino nur recht und billig). Ein weiteres Glanzlicht - vor allem im Kontrast zu den Archivaufnahmen von Raketen, Jets und Panzern - ist der rettende Ritt auf dem Roller: hier wird nicht mit schnittigen Sportschlitten gerast, sondern mit der Vespa.
Unterm Strich: Trash - aber unterhaltsamer.


++ Kommentar hinzufügen ++