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++ Gefahr aus dem Weltall ++

Mit "Gefahr aus dem Weltall" (engl. "It Came from Outer Space") verbinde ich allerlei Erinnerungen. In meinem Heimatdorf zeigte während meiner Kindheit einer der Grundschullehrer in Ermangelung eines Kinos in der Nähe alle paar Monate im örtlichen Gemeindesaal Filme von 16mm Kopien. Ich erinnere mich etwa an "Die Höllenfahrt der Poseidon" (unter Anwesenheit des Pfarrers, der anschließend über die Rolle des Priesters im Film sprach) und an einen der unzähligen Django-Streifen (ohne Pfarrer). Und eben "Gefahr aus dem Weltall" - sogar in der 3D-Version.

Wie so oft überlagerten allerdings die Schauwerte des Spektakels den eigentlichen Inhalt in meiner Erinnerung. Einiger Szenen rund um das wabenartige Gefährt der Außerirdischen mit besonders spektakulären dreidimensionalen Effekten kann ich mich zwar entsinnen, inhaltlich hatte ich aber eher eine düstere Bodysnatchers-Variante in Erinnerung. Was eigentlich nicht stimmt, wie ich - Nostalgie Teil 2 - einige Jahre später während einer spätabendlichen Reihe mit Jack-Arnold-Filmen im dritten Programm des WDR, inkl. der "Jack Arnold erzählt"-Interview-Fragmente, feststellen musste.

Nahe einem kleinen Wüstenkaff in den USA beobachtet der Astronom und Autor John Putnam, wie ein gleißender Feuerball auf die Erde stürzt. Am Einschlagkrater entdeckt er, dass es sich dabei nicht um einen Meteoriten, sondern um ein außerirdisches Gefährt handelt. Als aber ein Steinschlag das UFO verschüttet, glaub ihm - außer seiner Freundin Ellen - ersteinmal niemand mehr. Die Außerirdischen beginnen, Bewohner des Städtchens zu entführen und nehmen deren Gestalt an, um ohne Aufsehen die nötigen Materialien für die Reparatur ihres Raumschiffes zu besorgen. Trotzdem bleiben sie letztendlich nicht unerkannt, und schließlich rottet sich unter der Leitung des Scherriffs eine Meute zusammen, die die Außerirdischen mit Gewalt stoppen will, während Putnam immer noch zu vermitteln sucht.

"Gefahr aus dem Weltall" ist einer der Klassiker des Genres, gleich wegen mehrerer Faktoren. Zu einem ist dies die sehr effektive Regie von Jack Arnold, der nicht nur trotz geringer Budgets aufwändiger und handwerklich sauberer arbeitete als viele seiner B-Movie-Kollegen, sondern auch das Wüstensetting für sehr stimmige, atmosphärisch dichte Momente zu nutzen weiss.

Zum anderen ist auch die Geschichte (von Ray Bradbury) erstaunlich klischeefrei und auch noch für heutige Verhältnisse einigermaßen originell aufgebaut: Über die tatsächlichen Motive und Absichten der Außerirdischen bleibt man lange im Unklaren. Erst wirken sie unerklärlich-bedrohlich, dann überzeugend versöhnlich-friedliebend, dann wieder bedrohlich, bevor es doch zu einem "guten" Ende kommt.

Die Figur John Putnam dient dabei als menschlicher Spiegel der Außerirdischen: Erst vor kurzem ist er aus der Stadt auf's Land gezogen, er ist im Gegensatz zur bodenständigen Landbevölkerung ein "Sternengucker". Deshalb wird er nicht ernst genommen, obwohl er eigentlich im Gegenteil sogar eine Art "Experte" ist.

Also: Ein Film, der auch heute noch Spass macht und zu überzeugen weiß - auch wenn das Design der Aliens in ihrer eigentlichen Gestalt für heutige Augen (und wahrscheinlich auch für damalige) eher albern wirkt. Aber das kann man in diesem Fall guten Gewissens unter "verstaubter Charme" verbuchen.

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