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++ Grauen kam um Mitternacht, Das ++

Wenn er nicht ein extrem albernes Monster-Design (mich erinnert es fatal an den Truthahn-Kopf aus "Blood Freak" - vielleicht eine Inspiration für diesen, siehe auch Titelähnlichkeit) hätte, wäre "Night of the Blood Beast" (dt. "Das Grauen kam um Mitternacht") ein interessanter kleiner Scifi-Horror-Film.

Das Blood Beast höchstselbst:

Viele der Scifi-Horror-Hybride aus den späten 50ern und frühen 60ern sind entweder lieblos heruntergekurbelt, um schnell ein weiteres Creature-Feature auf den Markt bringen zu können oder zwar mit Enthusiasmus, aber wenig Können produziert. "Blood Beast"-Regisseur Bernard L. Kowalski hingegen gibt sich durchaus Mühe, das filmische Procedere interessanter als bei vergleichbar billigen Produktionen zu gestalten: Es gibt mehr unterschiedliches Kamerawinkel, die Darsteller kommen schon einmal von hinter der Kamera ins Bild oder springen auf sie zu.

Klar, Avantgarde ist das nicht, aber immerhin deutlich abwechslungsreicher als die oft sehr statischen Einstellungen anderer Low-Budget-SciFi-Macher. Nicht, dass "Night of the Blood Beast" nicht auch auf "Exploitation" aus wäre. Etwa wird beharrlich die Rakete/Raumkapsel, die als Zeichentrick-Variante (nicht nur der Monster-Anzug ist schrecklich, auch die wenigen Effektaufnahmen sind krude) durch den Raum saust und aus deren Absturz sich die Geschichte des Films ergibt, als "Satellit" bezeichnet - wahrscheinlich, um die Aufregung rund um den Sputnikschock und die darausresultierenden US-amerikanischen Anstrengungen auszunutzen.

Aus einem ähnlichen Blickwinkel kann man auch die Geschichte des Films lesen: Es geht um darum, wie eine externe Bedrohung internalisiert wird. Die Bedrohung stellt hier das titelgebende Monster dar, das den Absturz eines amerikanischen Testraumschiffs verursacht und so auf die Erde kommt. Außerdem "schwängert" es den Testpiloten, der fortan ein halbes Dutzend Alien-Embryos in sich trägt (mal wieder eine Idee, die später in "Alien" zum Tragen kommen würde): Die monströse Bedrohung ist dadurch im wahrsten Sinne des Wortes mitten im Menschenreich angekommen. Gleichzeitig sorgt diese Situation natürlich für Spannungen innerhalb des Forscherteams (wieder überträgt sich eine externe Bedrohung in eine interne), da weder klar ist, wie weit der "infizierte" Astronaut vom außerirdischen Besucher beeinflußt wird, noch, welche Gefahr die Alien-Babys für die Menschheit darstellen können und wie sowohl mit ihm als auch dem Monster umzugehen ist.

Blood-Beast-Embryos:

Dazu kommt, dass der Außerirdische schließlich im Brustton der Überzeugung erklärt, dass seine Rasse den Menschen nur etwas Gutes tun wolle, indem sie die Erde besiedeln und eine ET-Mensch-Hybrid-Rasse schaffen wollen. Möglicherweise denkt er auch so. Aber das Gegenteil von gut gemeint ist gut, und angesichts seiner vorher wenig altruistisch wirkenden Taten (wie dem Chef-Doktor den halben Kopf abzureißen...) wird er sicherheitshalber trotzdem mit Molotov-Cocktails überzogen.

++ Kommentare ++

Gute Rezension!
Das Attribut "krude" ist klasse! Alte Sprachbegriffe erhalten, jawoll!
FJE

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