++ Invasion vom Mars ++
Achtung: Hier seien Spoiler! Eine Besprechung von "Invaders from Mars" (dt. "Invasion vom Mars") muss fast notwendig auf das Ende des Films eingehen. Ich glaube zwar, dass das Wissen darum, wie der Film ausgeht, seinen Genuss nicht schmälert, wer aber partout unwissend bleiben will, sollte nur vorsichtig oder gar nicht weiterlesen.
Von Anfang an merkt man, dass "Invasion vom Mars" zu Beginn des Science-Fiction-Booms gedreht wurde: Er ist sorgfältiger gemacht als spätere Filme und man erkennt das Bemühen, nicht nur irgendeinen Science-Fiction-Film, sondern einfach einen guten Film zu drehen. Einige Einstellungen erzeugen erstaunliche kafkaeske Wirkung, was hervorragend zur Geschichte passt. Diese ist nämlich großteils - auch dies eine Besonderheit - aus der Sicht eines kleinen Jungen erzählt; und obwohl dieser sich zu helfen weiß und auch ein wenig neunmalklug daherkommt, findet sich seine Überforderung durch die Situation speziell in den beklemmenden Bildern in der Polizeistation auch visuell wieder.
David (gespielt von Jimmy Hunt, der im 1986er Remake dann eine Erwachsenenrolle bekam) beobachtet nämlich des Nachts die Landung eines UFOs in der Nähe seines Elternhauses. Sein Vater, ein Astromom, verurteilt Davids Aufregung darüber nicht unbesehen, sondern untersucht die vermeintliche Landestelle - und kehrt verändert zurück: mit starrem Blick und überaus unfreundlich-kaltem Gehabe. Nach und nach verändert sich so jeder, der in die Nähe des entsprechenden Ortes kommt - eine typische "Body Snatchers"-Geschichte also, aber eben bereits 1953, bevor solche Geschichten zum Klischee wurden. Alle so veränderten habe eine seltsame Wunde am Nacken: Wie sich herausstellt, wurde ihnen eine Sonde implantiert, durch die die Außerirdischen sie kontrollieren. Deren Vorhaben scheint zu sein, die Raketenforschungsstelle zu sabotieren, bei der auch Davids Vater arbeitet.
Aber mit Hilfe einiger verständiger Erwachsener und massivem Armee-Einsatz gelingt es schließlich, die Außerirdischen wieder zu vertreiben und die von ihnen manipulierten Menschen zu retten. Oder doch nicht? Denn - Achtung: jetzt der massive Spoiler - am Ende des Films wacht David aus diesem Alptraum auf - und beobachtet, wie genau die UFO-Landung, die er zuvor geträumt hatte, tatsächlich stattfindet. Vielleicht.
Natürlich wirkt ein solches "Twist"-Ende heutzutage nicht mehr sonderlich originell, aber auch das dürfte 1953 anders angekommen sein. Obendrein passt die teilweise surreale Stimmung des Films sehr gut zu dieser Entwicklung: Das Design des Ober-Aliens, dessen Kopf mit hirschartigem Geweih von hünenhaften Mutanten-Schergen in einer Glaskugel durch das düstere Raumschiff getragen wird, könnte wirklich einem Alptraum entsprungen sein.
Der britischen Zensur war das Ende von "Invasion vom Mars" übrigens zu depressiv: Es wurde weggeschnitten. Dafür wurden für die britische Fassung mit dem deutlich älteren Jimmy Hunt und zwei weiteren Darstellern einige Szenen in einem Observatorium nachgedreht, die der Handlung aber außer allgemeiner Exposition nichts hinzufügen.
"Invaders from Mars" ist auf jeden Fall, vor allem in der amerikanischen Ur-Fassung, ein ansehnlicher, empfehlenswerter früher Science-Fiction-Film.


"Invasion vom Mars" ist zweifellos ein Genreklassiker, ein auch heute noch beeindruckender Invasionsfilm! Es sollte hier der Vollständigkeit halber noch deutlich herausgestellt werden, dass das angesprochene ursprüngliche Ende der US-Fassung (alles war nur ein Traum) nicht nur in der britischen, sondern auch in der deutschen Schnittversion fehlt. Wer also z. B. die gängige deutsche DVD von Bestbuymovie / EMS ersteht, muss auf dieses effektvollere Ende verzichten (genauso wie auf den englischen Originalton, der auf der deutschen DVD ebenfalls fehlt).
Danke für die Info zur deutschen DVD. Ich habe die Ausgabe in der US-"Mission Mars Collection"-Box; diese enthält sowohl die US- als auch die britische Fassung. Die spottbillige Box enthält zwei weitere Filme: "Flight to Mars" sowie die SF-Film-Parodie/-Hommage "Attack from Mars".
Ich kenne zwar das originale Ende, besitze aber selbst nur die deutsche DVD, die überdies eine sehr schlechte, ungemasterte Bildqualität aufweist. Aber das lässt sich verschmerzen. Übrigens muss ich ein dickes Lob über diese Website loswerden: sehr schön und informativ gemacht! Klasse!
Danke!
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