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++ Madmen of Mandoras, The ++





Wenn in den Eröffnungstiteln der Make-Up-Mann deutlich größer als der Drehbuch-Autor (Richard Miles, eigentlich Peter Miles, und eigentlich Schauspieler) genannt wird, macht mich dies misstrauisch. Erst recht, wenn der betreffende Film vom gleichen Regisseur wie "12 to the Moon" stammt. Dieser Regisseur, David Bradley, ist im Übrigen ein gutes Beispiel dafür, dass viel theoretisches Wissen kein Garant für eine gute Ausführung ist: Er arbeitete später als durchaus respektierter Professor für Filmkunde (vgl. auch den renommierten Filmkritiker Roger Ebert als Autor von "Beneath the Valley of the Ultra-Vixens"...). Andererseits ist die Idee hinter "The Madmen of Mandoras" so cool, dass man meinen könnte, dass man sie kaum versauen kann. Aber man kann.

Es gibt viele Mythen über vermeintlich unglaublich fortschrittliche NS-Technik, z.B. zu den sogenannten Nazi-UFOs. Es gibt weiterhin jede Menge Genre-Filme rund um Nazi-Wiedergänger, seien es perfide Neo-Nazis, seien es (auch wenn der Unterschied dazu nur graduell sein mag...) Nazi-Unterwasser-Zombies (siehe "Shock Waves") oder Nazis auf dem Mond (siehe "Iron Sky").

In diese Kerbe schlägt auch "The Madmen of Mandoras": Hitler hat sich in diesem Film nicht im Führerbunker das Leben genommen, sondern sein Kopf wurde amputiert, am Leben gehalten und in die südamerikanische Bananenrepublik Mandoras gerettet, wo er - auch dort in einem unterirdischen Bunker - an seinem weltpolitischen Comeback mit Hilfe von tödlichem Giftgas arbeitet.

Nun gut. Die erste Frage, die ich mir stelle, ist natürlich: Warum hat man nicht einfach den kompletten Hitler nach Mandoras verfrachtet? Der Drehbuchautor hat sich diese Frage allerdings nicht gestellt. Wie einige andere Fragen auch, etwa die, warum ein US-Agent einen Fremden, der vor seinen - und denen seiner Frau - Augen erschossen wird, einfach in eine Telefonzelle stopft und nicht einmal alibimäßig einen Gedanken daran verschwendet, die Behörden zu alarmieren. Oder die, welchen Sinn ein Wortwechsel wie "I wonder if we're still being followed?" "Isn't everyone?" haben könnte, wenn der zweite Teil nicht von einem Zen-Meister, sondern von der Ehefrau des Helden stammt.

Stattdessen werden die Hauptfiguren durch einen vollkommen unnötig verworrenen Plot gejagt, der trotzdem nie so recht aus den Pötten kommt und zu allem Übel den Hitler-Kopf (diese Idee ist schließlich der einzige Daseinsgrund des Films) nicht einmal für komischen, geschweige denn gruseligen Effekt zu nutzen weiß (und ihn auch erst deutlich nach der Hälfte der Laufzeit ins Spiel bringt).

Zur Ehrenrettung des Film könnte man höchstens die zugegebenermaßen sehr ansehnliche Cinematographie von Stanley Cortez ("Weltraumschiff MR-1 gibt keine Antwort") anführen, die durchgängig mit sehr expressivem Schattenwurf punkten kann. Andererseits kommen zu dem miserablen Drehbuch weitere Schnitzer wie die falsch herum gebogene Swastika im Thronraum des Hitlerkopfs (die Hakenkreuze auf den Armbinden seiner Schergen sind übrigens richtig herum).

Einige Jahr später wurde "The Madmen of Mandoras" um einiges neugedrehtes Material ergänzt (wahrscheinlich, um den Film für die Fernsehverwertung auf eine akzeptable Länge zu bringen) und so - man glaubt es kaum - noch wirrer und schlechter gemacht, dafür allerdings mit dem deutlich cooleren Titel "They saved Hitler's Brain" versehen. Freundlicherweise bringt die doppelseitig bespielte DVD-Fassung von BCI beide Fassungen mit, so dass man sich nicht zweimal auf die Suche machen muss: Es würde nicht lohnen.

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