++ Night Caller, The ++
"The Night Caller" (US-Titel: "Blood Beast from Outer Space"), ein britischer Schwarzweiss-Film, enthält zumindest eine interessante und für seine Zeit originelle Idee, nämlich die des Transporters, und das ein Jahr, bevor Star Trek mit seiner Version dieser Technologie auf die Bildschirme kam. Der titelgebende Außerirdische kommt nämlich ausnahmsweise nicht mit einem Raumschiff angeflogen, sondern seine Rasse schickt eine Art Sonde, mit deren Hilfe er sich auf die Erde teleportieren kann.
Die restliche Geschichte ist leider weniger originell, sondern eher Groschenheft-Material: Die Bewohner des Jupiter-Monds Ganymed sind auf der Suche nach jungen, gut gebauten und gebärfähigen Damen, die ihnen helfen können, ihre unschön mutierte Rasse genetisch wieder auf Kurs zu bringen. Um solche zu finden, schaltet der Gesandte Kleinanzeigen im Magazin "Bikini Girl", in denen Models gesucht werden. Natürlich verschwinden die jungen Frauen spurlos, die sich darauf melden, und eine Koalition aus Wissenschaftlern und Militärs - auch eine Standard-Konstellation, hier allerdings ohne Konflikte zwischen den beiden Parteien - kommt dem Treiben des Aliens schließlich auf die Schliche, kann ihn aber schlussendlich nicht stellen. Eine der Hauptrollen des Films, der Wissenschaftler Dr. Jack Costain, wird übrigens gespielt von John Saxon, später einer der Astronauten in "Queen of Blood".
Dieser Inhaltsbeschreibung kann man schon entnehmen, dass es sich nicht um einen spektakulären Science-Fiction-Film handelt. Immerhin ist er für das, was er ist, sehr gut gemacht, jedenfalls deutlich besser, als eine x-beliebige Billig-Produktion: Viele Einstellungen haben eine bemerkenswerte Bildtiefe, die Kamera steht nicht nur statisch in der Gegend herum, sondern fährt und schwenkt in offensichtlich zuvor sorgsam geblockten Szenen.
Ansonsten kann man noch als positiven Punkt in "The Night Caller" sehen, dass das vermeintliche Monster eigentlich keines ist und seine Handlungen nicht komplett unehrenwerten Motiven folgen (wenn auch die Art der Durchführung zweifelhaft ist), was der Zuschauer erst am Ende erfährt: Eine Art Mini-Twist.
Das ergibt einen ordentlichen, aber mittelprächtigen Film, der weder durch einen hohen Trash-Anteil Nachgeborene amüsieren, noch durch eine spannende und/oder atmosphärische Erzählweise begeistern kann.


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