++ Night of the Ghouls ++
Erstaunlich, erstaunlich. Obwohl Ed Wood zu Lebzeiten nicht das Geld hatte, den fertig gestellten "Night of the Ghouls" unter's Volk zu bringen, und der Film so erst Mitte der 80er bekannt wurde, handelt es sich dabei vielleicht um den besten der hier besprochenen Wood-Werke.
Ein Caveat: "Night of the Ghouls" ist keine Science Fiction. Er gehört aber zur sogenannten "Officer Kelton"-Trilogie, zu der auch "Plan 9 aus dem Weltall" zählt, und ist obendrein eine Art Fortsetzung von "Die Rache des Würgers" und hat daher, glaube ich, seinen Platz hier auf dem neunten Planeten zurecht.
Natürlich gibt es auch in "Night of the Ghouls" mehr als genug Zweifelhaftes, wie etwa den erneut exzessiven Einsatz von Blitz und Donner als vermeintlich dramatischer Effekt, großzügigen Einsatz von Archiv-Aufnahmen jugendlicher Delinquenten zusammen mit Aufnahmen von "jagenden" Streifenwagen - ohne jeden Zusammenhang mit der Geschichte, wie die Tatsache, dass die Hauptfigur "Dr. Acula" heißt (autsch) oder dass der Erzähler aus dem Off viel zu oft erzählt, was stattdessen gezeigt werden müsste, oder - noch schlimmer - genau das erzählt, was gezeigt wird. Dass die holde Maid in "Gefahr" auf der Flucht natürlich stolpert. Dass die Polizisten sich äußerst bizarr benehmen (im Haus des Verdächtigen erstmal eine Zigarette oder zwei anmachen, während man diesen dort sucht). Etc. etc.
Die Geschichte aber hat vielleicht das ideale Thema für Woods: Ein Charlatan nennt sich "Dr. Acula", gibt sich als Medium aus und erweckt in seinem Haus mit einer Mischung aus Gruselkabinett und Séance sowie billigen Bühnentricks den Anschein (natürlich nur gegen entsprechende Bezahlung), die Toten zumindest für kurze Zeit wieder ins Diesseits herbeirufen zu können. Erinnert schon ein wenig an Filmemacher Wood selbst. Und das "echte" Medium Criswell gibt ironischerweise den Erzähler. Die "schwebenden" Requisiten Dr. Aculas wackeln genauso an Fäden durch's Bild, wie es die UFOs in "Plan 9" taten. "Night of the Ghouls" hat aber nicht nur solche erfrischende Vielschichtigkeit, sondern auch einige wirklich hübsche Bilder zu bieten, düstere Aufnahmen, in denen Köpfe und Hemden der Handelnden ansonsten körperlos durch die Schwärze zu schweben scheinen.
Dazu kommt die durchaus hübsche Drehbuch-Idee, dass Acula unwissentlich tatsächlich die Macht hat, Tote kurzfristig ins Reich der Lebenden zurück zu rufen, und dies nicht sein Vorteil ist, sondern zu seinem Untergang beiträgt - ganz nach dem Motto "Die Geister, die ich rief".


++ Kommentar hinzufügen ++