++ Phantom from Space ++
His secret power menaced the world!
Während "Killers from Space" sehr zum Rohrkrepierer tendiert, handelt es sich beim ähnlich betitelten "Phantom from Space" vom selben Regisseur, W. Lee Wilder, um einen angenehmen kleinen und deutlich interessanteren SciFi-Film (von Wilder stammt übrigens auch "The Man Without a Body", der von der Regie her ebenfalls langweiliger als "Phantom from Space" ausfällt).
Der Unterschied zwischen den beiden zeigt sich direkt am Anfang: Wie "Killers from Space" beginnt "Phantom from Space" mit einer ausgedehten Strecke sogenannter Stock Footage, die hier aber immer wieder durch eigens gedrehte Detailaufnahmen von Karten, Instrumenten und Beobachter-Augen etc. punktiert wird. So wird in beispielhafter filmischer Metonymie die Bahn eines unbekannten Flugobjekts nachgezeichnet, das in Santa Monica (Kalifornien) nieder geht.
Überhaupt arbeitet "Phantom from Space" mit deutlich mehr Einstellungen als die meisten SF-Filme aus der gleichen Liga in jener Zeit. Dies alleine vermeidet schon einen Großteil der Langatmigkeit, die viele davon herunter zieht: Es gibt viele zwischengeschnittene Reaction Shots, gerade Dialog-Szenen, die sonst leicht eintönig sein könnten.
Auch inhaltlich ist "The Phantom from Space" leidlich interessant: Das titelgebende Phantom ist einer Außerirdischer, der unter seinem Raumanzug unsichtbar ist. Bei dessen erster Begegnung mit Menschen wird ein Picknicker getötet, und so ergibt sich eine Suchaktion, bei der das Communications Department (die vom Außerirdischen ausgehende Strahlung stört verschiedene Kommunikationswege), Geheimdienst und Polizei durchgeführt wird.
Schließlich stellt sich aber heraus, dass im Gegensatz zu dem oben zitierten Werbespruch von dem Alien keine absichtliche Gefahr ausgeht: In der Erdatmosphäre kann er nicht dauerhaft überleben, und er sucht nur einen Weg, wieder weg zu kommen - zumindest reimen es sich die menschlichen Protagonisten schließlich so zusammen. Es findet nämlich keine gelungene Kommunikation statt: Bis zum bitteren Ende können die Menschen das codeartige Klopfen des Außerirdischen nicht verstehen bzw. übersetzen.
Wie man an der Inhaltsbeschreibung ablesen kann, handelt es sich hier eigentlich um einen verkappten Detektiv- oder Spionage-Thriller. "Phantom from Space" wäre wohl noch etwas spannender, wenn nicht durch den Titel und das oben erwähnte Intro die Herkunft des Phantoms von vorneherein klar wäre. Aber um den Film im damals zu bommen geginnenden Science-Fiction-Markt anzusiedeln, war dies wohl unvermeidlich. Trotzdem: Kein Klassiker, aber interessanter als viele seiner ebenfalls billigen bzw. "kleinen" zeitgenössischen Konkurrenten.


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