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++ Phantom Planet, The ++

Eigentlich fängt "The Phantom Planet" gar nicht uninteressant an: Über dunklem/dunkler Bildschirm/Leinwand ein Countdown von 10 bis 1 - und dann statt des natürlich erwarteten Raketenstarts eine atomare Explosion. Ein Erzähler verknüpft die Entwicklung der Atomenergie und den Beginn der Raumfahrt, und der Film springt ins Jahr 1980. Ein Aufklärungsraumschiff kollidiert mit vor Augen des Zuschauers mit einem Asteroiden und die beiden gerade erst minutenlang eingeführten Besatzungsmitglieder kommen dabei um. Ebenso stirbt kurz später im Film der "Buddy" des hochgewachsen-blonden offensichtlichen Helden einen plötzlichen, sinnlosen, zufälligen Tod - mit einem Vaterunser auf den Lippen.

Während alledem saust durch den Weltenraum eine unheimliche, anonyme, bis dato unerkannte Bedrohung: der titelgebende anscheinende Phatomplanet. Dieser reißt jedes Raumschiff ins Gravitations-Verderben, das mit ihm in Kontakt kommt, wurde aber bisher nicht direkt gesichtet, sondern verbreitet nur anhand seiner Wirkung Schrecken - eine unterschwellige, unkontrollierbare Bedrohung. Aber statt auf diesem beinahe existentialistischen Unterton aufzubauen, der durch den galanten Umgang mit Menschenleben im Skript noch verstärkt wird, verliert "The Phantom Planet" anschließend fast jeden Reiz - abgesehen vielleicht von dem nett-lustigen Außerirdischen-Design (siehe das DVD-Cover oben).

Der Film mutiert nach dem/der Absturz/Landung unseres Helden Captain Frank Chapman auf dem gefährlichen Asteroiden namens Rethon zu einer lustlos heruntergespielten und -gedrehten 0815-Story vom Bruchpiloten auf einer fremden Welt, inklusive örtlicher Opposition, Liebschaft, Eifersucht und schließlicher Flucht. Schade. Die Darsteller wirken abwesend und unmotiviert, und auch alle anderen Aspekte des Film riechen nach Fließband-Produktion und Dienst nach Vorschrift, etwa das fantasielos-spartanische Bühnenbild und die langweiligen Kostüme.

Übrigens schrumpft Chapman auf Liliputaner-Größe, als er zum ersten Mal die örtliche Atmosphäre atmet - aber der ganze Rest des Films könnte auch so ablaufen, wenn er nicht verkleinert worden wäre. Dies stößt auch Bill Warren in der SciFi-Film-Bibel "Keep watching the skies!" sauer auf: "Frank and the Rethonites being six inches tall has no function in the story whatsoever". Ich glaube aber schon, dass es für das Schrumpfen einen Grund gibt: Dies macht es weniger abwegig, dass ein Asteroid die Heimat einer kompletten Rasse von Wesen darstellen kann, der er im Verhältnis eine ähnliche Größe hat, wie sie ein ausgewachsener Planet für Menschenartige hätte. Aber diesen winzigen Gewinn an Plausibilität durch grausliges erklärendes Technogebabbel zu erkaufen, das den Schrumpfungsprozess durch eine Kombination aus Wirkung der Atmosphäre und Gravitationskraft erklären soll, die beim Einatmen irdischen Sauerstoffs wieder rückgängig gemacht würde, hilft dann nicht so recht...

(Überhaupt wäre es viel spannender, wenn Chapman klein bleiben müsste. Daraus könnte man einen schönen inneren Konflikt für und wider Rückkehr gewinnen, die zu überwindenen technischen Hindernisse für eine Rückkehr zugunsten von Spannung anheben und gleichzeitig noch eine kleine moralische Lektion von der Winzigkeit des Menschen im unermesslich grossen Weltraum explizieren.)

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