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++ Raumkreuzer Hydra - Duell im All ++

Auf der gleichen US-DVD wie "Battle Beyond the Sun" (a.k.a. "Nebo zovyot") befindet sich als zweites "Feature" "2+5: Missione Hydra" (dt. "Raumkreuzer Hydra - Duell im All") unter dem Titel "Star Pilot", ein Film, den ich bis dato wegen der wenig attraktiven Kurzbeschreibung auf der DVD-Hülle vernachlässigt hatte. Leider - denn dabei handelt es sich um eine herrliche italienische Space Opera ganz nach Manier altertümlicher SciFi-Serials vom Regisseur Pietro Francisci, der bis dato italienische Sandalen-"Epen" à la "Herkules, Samson & Odysseus" verantwortet hatte.

Der Inhalt des Films ist, gelinde gesagt, wirr:

Eine außerirdische Rasse besucht - wieder einmal - die Erde, um die gestiegene Bedrohung der Galaxis durch irdische Atomwaffen zu untersuchen. Anscheinend müssen die Aliens dabei in der sizilianischen Pampa unterirdisch bruchlanden. Diese Gegend wird von einem Wissenschaftlerteam untersucht, im Schlepptau die schöne Tochter des leitenden Professors und asiatische ("nicht chinesische!") Spione, die glauben, dort ein geheimes westliches Waffenprojekt entdeckt zu haben. Die Wissenschaftler und Geheimagenten werden von den Außerirdischen schließlich gezwungen, ihnen bei der Reparatur ihres Schiffs zu helfen und als Ersatzcrew mit ihnen ins All zu starten. Irdische Raumschiffe nehmen die Verfolgung auf, allerdings vergeblich. Das Schiff macht einen Zwischenstopp auf einem scheinbar verlassenen Planeten, wo die Besatzung von affenmenschartigen Wesen angegriffen wird, untersucht zwischendrin ein lange verlassenes russisches Raumschiff, wodurch die Reisenden erfahren, dass inzwischen (Zeitdilatation!) ein Atomkrieg auf der Erde wütete. Und das gleiche Schicksal hat anscheinend den Heimatplaneten der Außerirdischen befallen, der sich nach der schließlichen Landung als ebenfalls komplett verlassen erweist. The end.

Aber die Geschichte ist alles in allen nicht allzu wichtig. Der Film selbst suggeriert sanft, dass man ihn nicht allzu ernst nehmen sollte: Zu Beginn gibt es mehrere direkte und indirekte Hinweise darauf, dass "2+5: Missione Hydra" ein Film ist, der sich seines Status als Film selbst bewusst ist. Etwa der Dialogfetzen "Look at these colors!" "Like something out of a movie." Oder dass die Quotenschönheit des Films im Film als Filmschauspielerin Fuß zu fassen versucht. Oder Einstellungen wie die folgenden, die nicht nur hübsche und für den Film durchaus typische Bildkompositionen sind, sondern in denen die beiden weiblichen Darstellerinnen die Rolle des Zuschauers im Film übernehmen:

Überhaupt zieht Francisci den Zuschauer immer wieder in den Film hinein, etwa in dem dieser direkt zum Ziel des stilvoll in einen schwarzen Anzug (Tarantino lässt grüßen) gewandeten asiatischen Bösewichts wird:

Oder der Laserwaffe des Außerirdischen:

Oder der Zuschauer selbst à la First-Person-Shooter im Kampf die Perspektive eines der Beteiligten einnimmt:

Oder einer der Beteiligten durch die Leinwand durch und inmitten der Zuschauer zu springen droht:

Überhaupt betont Francisci die Räumlichkeit der Kulissen immer wieder stark, etwa durch Darsteller, die vom hinteren Bereich der Szenerie sich nach vorne bis fast in die Kamera hinein bewegen.

Solche Szenen werden aber oft abgewechselt mit durchkomponierten, pittoresken, nahezu (aber eben nur fast) statischen Tableaus wie dem folgenden (man beachte die zwei Schlangen weißbekittelter Arbeiter, die sich im Film langsam die orangenen Türme hinaufwinden, was im Zusammenspiel mit den still stehenden Figuren im Vordergrund einen seltsamen, beunruhigenden Effekt ergibt):

Dass Francisci es außerdem schafft, die beiden Hauptdarstellerinnen fast den kompletten Film durch in knappen Spandexklamotten ergänzt durch reichlich Nylon herumlaufen zu lassen, ist vielleicht weniger kunst- als anderweitig reizvoll... Und für eine Apotheose des marilyn'schen Luftschacht-Szene ist das Raumumfeld allemal gut: Im folgenden Bild räkelt sich die brünette Quotenschönheit nicht lustvoll am Boden, sondern wurde nach dem Verlassen des Schwerefelds der Erde an die Decke getragen, weil einer der männlichen Astronauten vergessen hatte (schade, schade), die künstliche Schwerkraft einzuschalten.

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