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++ Reptilicus ++

Ich bin kein großer Freund des "Creature Feature"-SF-Untergenres. Dementsprechend schaue ich mir "Monster Movies" eher selten an, und solche sind auf dem neunten Planeten daher bisher unterrepräsentiert. "Reptilicus" ist trotzdem Pflichtprogramm, nicht wegen der typischen "Monster on the loose"-Geschichte, sondern der Mitarbeit von Ib Melchior, der langsam aber sicher zu einem meiner Lieblings-Science-Fiction Drehbuch-Autoren und -Regisseure wird. Was aber nicht an "Reptilicus" liegt, der dann doch ziemlich grottig und daher vor allem für Trash- und beinharte Filmmonster-Fans interessant ist.

Auf der Haben-Seiten gibt es hier nicht allzu viel. Zum einen wäre da die nette Idee Melchiors, dass das Urzeit-Monster besondere regenerative Kräfte besitzt und es daher nicht reicht, es in tausend Stücke zu sprengen. Im Gegenteil: Jedes der einzelnen Stücke würde à la Hydra zu seinem neuen Monster heranwachsen.

Zum anderen hatte der Produktionsstandort Dänemark auch ein paar Vorteile (dort wurde "Reptilicus" nämlich in einem Aufwasch mit "Journey to the Seventh Planet" vom gleichen Team gedreht): Es gibt einige bemerkenswerte Massenszenen in Kopenhagen, wie es sie in vergleichbar billigen Produktionen aus den USA selbst wohl kaum gegeben hätte. Ebenso konnte Regisseur und Produzent Sidney Pink irgendwie die Mitarbeit der dänischen Armee sichern, so dass etliche Passagen gibt, in denen mehr oder weniger schweres militärisches Geschütz aufgefahren werden konnte, ohne dass - wie sonst oft - auf Archiv-Material zurückgegriffen werden musste.

Schwerer als diese Vorteile wiegt aber, dass die dänischen Trickexperten im Vergleich zu amerikanischen solchen eben keine waren. Dies, zusammen mit der Unerfahrenheit von Sid Pink als Regisseur, sorgt dafür, dass Reptilicus eines der unüberzeugensten Filmonster überhaupt ist, zumindest in einem Film, der eine solche Größe der Zerstörung heraufzubeschwören versucht. Reptilicus, das aussieht, wie eine schuppige Schlange mit Flügeln, ist allzu deutlich eine kleine Marionette, mit den zugehörigen unkoordinierten Bewegungen, die sich in Miniatur-Bauten befindet, die keinerlei Überzeugungskraft haben. Dazu kommt, dass mit ganz wenigen Ausnahmen (und wenn, dann schrecklich künstlich wirkenden) es praktisch keine Interaktion zwischen Monster und Menschen gibt. Die Real- und Trick-Aufnahmen scheinen komplett verschiedenen Welten anzugehören.

Dies fiel wohl auch dem Studio unangenehm auf, und im Vergleich zur dänischen Fassung des Films wurden einige Szenen weggelassen oder gekürzt, und Reptilicus speit hier grünlichen Schleim, der nachträglich eingefügt wurde und eine Verbindung zwischen Monster- und Menschenaufnahmen herstellen soll- et nutzt nur nix.

Dies alles sind Produktionsmängel, die der unerfahren Crew und dem geringen Budget geschuldet sind, und die sich hier nicht wie bei der Melchior-/Pink-Produktion "The Angry Red Planet" über das ansonsten überflüssige Cinemagic-Verfahren kaschieren ließen. Aber auch das Drehbuch ist nicht unbedingt eines von Melchiors besten. Dies liegt natürlich auch mit an der von Pink entwickelten Grundstory, aber z.B. der inkonsequente und letztlich auch überflüssige Einsatz des Off-Erzählers dürfte dem nicht geschuldet sein (vielleicht ein Erbe von Melchiors Zeit als Dokumentarfilmer?).

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