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++ Sie kamen von jenseits des Weltraums ++

Ich muss zugeben, als ich das Aushangphoto zu "They Came From Beyond Space" (dt. "Sie kamen von jenseits des Weltraums") ohne weiteren Kontext zum ersten Mal sah, dachte ich, dass es sich um eine moderne Parodie handeln müsse. Wer zur Hölle würde dermaßen alberne Requisiten ernsthaft benutzen? Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis des "SciFi Classics 50-movie Pack", der diesen rechtefreien Film enthält, belehrte mich eines besseren. Es zeigt sich wieder einmal: Dem Unsinn sind keine natürlichen Grenzen gesetzt. Aber das ist wohl gut so, denn "Unsinn" einerseits und "Genie" andererseits lassen sich nicht klar voneinander trennen.

Leider ist von "Genie" bei diesem britischen Film nicht viel zu merken. Die erste Stunde von "They Came From Beyond Space" (eine Amicus-Produktion) ist im Wesentlichen eine "Mit Schirm, Charme und Melone"-Episode, nur ohne Schirm, Charme und Melone (und leider ohne Emma Peel; immerhin teilt die Hauptfigur Dr. Curtis Temple mit John Steed die Leidenschaft für Oldtimer).

In einem Feld irgendwo in England landen Meteoriten in Formation. Eine Gruppe von Astrophysikern soll den Vorfall untersachen, der rekonvaleszente Temple (ihm wurde gerade erst eine Metallplatte in den Schädel eingesetzt - nicht, dass man davon etwas sähe oder erführe, warum überhaupt) darf aber laut ärztlicher Anweisung nicht mit. Und das ist auch gut so, denn die vermeintlichen Meteoriten entpuppen sich als Artefakte außerirdischer Energiewesen, die von den Körper der Forscher Besitz ergreifen. Mit deren Hilfe wollen sie das auf dem Mond verunglückte Raumschiff der Wesen wieder flott machen.

Als Temple das seltsame Verhalten seiner Kollegen spanisch vorzukommen beginnt und er doch vor Ort Untersuchungen anstellt, stellt sich heraus, dass er durch die Silberplatte in seinem Kopf vor der Übernahme durch die Aliens geschützt ist (zwischendrin verbreiten die Nicht-Erdlinge auch noch durch eine Quasi-Seuche Angst und Schrecken - zu welchem Zweck bleibt nebulös).

Irgendwann um diesen Punkt herum bekommt "They Came From Beyond Space" endlich die (un)vernünftige Schräglage, die der schwunglosen, drögen ersten 0815-Stunde definitiv fehlt. Zusammen mit einem Freund bastelt Temple einen Abschirmhelm, seltsame Augengläser und leuchtende Strahlenwaffen und macht mit sich diesem und seiner von den beiden befreiten/erlösten Assistentin-Geliebten auf, den Außerirdischen das Handwerk zu legen:


Ab dann jagt eine herrlich bizarre Szene die nächste, insbesondere als die Helden schließlich mit der Rakete der Eindringlinge unerwartet zum Mond fliegen und dort auf deren "Master of the Moon" treffen.

Originell immerhin: Der "Master of the Moon" hält eine leidenschaftliche mitleiderregende Rede, in der er die Friedensliebe und Harmlosigkeit der Außerirdischen beteuert, von der sich Temple und Co. tatsächlich überzeugen lassen - nur, um im nächsten Moment von den Schergen des Meisters zwecks Zwangsoperation überwältigt zu werden:

Trotzdem: Die langweilig-zahme erste Stunde des Films kann auch das Trash-Feuerwerk im letzten Drittel nicht soweit wett machen, dass man "They Came From Beyond Space" uneingeschränkten Spaß zugestehen kann. Dennoch kein totaler Reinfall für Freunde des gepflegen SciFi-Schwachsinns.

++ Kommentare ++

Ich meine mich erinnern zu können, dass der Film eigentlich aus der Hammerfilm - Schmiede kommt. Ich finde ihn so altmodisch - Britisch - Trashig und eigentlich ganz witzig - überhaupt mit den Kuchensieb auf den Köpfen. "Dennoch kein totaler Reinfall für Freunde des gepflegen SciFi-Schwachsinns." - ja genau. Lief zuerst tatsächlich mal auf der ARD und ich hätte ihn gerne auf Deutsch in meiner DVD Sammlung!

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