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++ Tarantula ++

Jack Arnolds "Tarantula" ist eine Art Gegenstück zu "The Incredible Shrinking Man" (dt. "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C") vom gleichen Regisseur: Während dort der Titelheld immer weiter schrumpft, arbeiter hier ein Team von Wissenschaftlern unter der Leitung von Professor Deemer an einem künstlichen Nährstoff, der Tiere rapide auf unnatürliche Größe anwachsen lässt (Radioaktivität spielt dabei - natürlich - auch eine Rolle, wenn auch keine sehr klare).

Natürlich gibt es Probleme: Nicht nur, dass die Forscher durch Experimente an sich selbst sich eine Art beschleunigter Akromegalie zuziehen, sondern im daraus resultierenden Wahnsinnschaos kann eine mit dem Nährstoff injezierte Riesenspinne entfliehen - und hört nicht auf zu wachsen. Als sich in der Umgebung Anzeichen deren Treibens in Form von Skeletten und Giftstoff-Lachen mehren, versteht diese zuerst der Landarzt Dr. Matt Hastings. Er trifft aber zunächst natürlich auf Skepsis rundum.

Eigentlich hat "Tarantula" etliche der Zutaten, die auch "Gefahr aus dem Weltall" oder "Der Schrecken vom Amazonas" auszeichnen: Die Wüste als pittoreskes Setting der Geschichte, dramatisch-symphonische Filmmusik und eine durchaus ansprechende Geschichte. Der Film dreht sich nämlich nur in zweiter Linie um die riesige Vogelspinne. Lange Zeit bleibt diese als Symptom im Hintergrund, stattdessen steht eher die detektivische Suche Hastings und die Zerissenheit Deemers zwischen Forscherdrang, Größenwahn und Gewissensbissen im Vordergrund.

Außerdem gibt sich der sonst oft schröcklich hölzerne John Agar als Matt Hastings erstaunlich viel Mühe, ein charmanter "Leading Man" zu sein, dem man die aufkeimende Romanze mit der unvermeidlichen attraktiven Jung-Forscherin Stephanie "Steve" Clayton (gespielt vom Pin-Up-Girl und späteren Playmate Mara Corday) tatsächlich abnimmt.

Obendrein sind die Trickaufnahmen mit einer echten Vogelspinne, die teils durch Miniatur-/Modell-Landschaften stakst, teils in Landschaftsaufnahmen kopiert wird, hervorragend gelungen und sogar für heutige Verhältnisse noch sehr ansehnlich.

Aber "Tarantula" fehlt die dichte, beklemmende Atmosphäre, die die genannten Vorgängerfilme auszeichnet. Obendrein ist die Einführung der Figur Stephanie Clayton reichlich überflüssig: Sie ist deutlich nur als Augenschmaus und deshalb im Film, der Held eine Romanze und damit "Damsel in Distress" zu retten haben kann - und mehr gibt ihr Charakter trotz ihres Studentinnen/Forscherinnen nicht her. Was eigentlich noch erniedrigend-sexistischer ist, als wenn weibliche Hauptfigur ein Hausmütterchen wäre.

Zur Rettung kommt am Ende übrigens die Armee mit wohlgezielten Napalmbomben - eine Auflösung, die eine Generation später in dieser Weise wahrscheinlich nicht mehr dem politischen Zeitgeist entsprochen hätte.

++ Kommentare ++

Die echte Tarantel hat man übrigens bei den Trickaufnahmen häufig mit einem Fön (!) in die gewünsche Richtung dirigiert.

Ansonsten hat der Film noch einen Kurzauftritt des jungen Clint Eastwood zu bieten. Naaa, wer erkennt ihn (ohne zu Schummeln z. B. per Internet-Recherche)? ;-)

Irgendwie Ironisch ist erste Filmrolle von Clint Eastwood in "Tarantula"
Sie ist wegweisen für seiner später filmkarriere...

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