++ Teufelswolke von Monteville, Die ++
Telepathie, radioaktive Wolken, kopflose Leichen, ferngesteuerte Zombies, außerirdische tentakelbewehrte Riesenaugen, Molotowcocktails und Brandbomben: Man kann nicht behaupten, dass "Die Teufelswolke von Monteville" nicht in die Vollen ginge. A propos "Monteville": In der englischen Original-Fassung kommt dieser Ausdruck nicht vor, es handelt sich wohl um eine Erfindung der deutschen Übersetzer. Der britische Titel ist "The Trollenberg Terror" (US-Titel: "The Crawling Eye"), und "Trollenberg" ist dabei sowohl der Name des Berges, an dem der Film spielt, als auch der nahegelegenen Ortschaft.
Dort, irgendwo in den schweizer Alpen, haben sich am Berg gehäuft mysteriöse Unfälle ereignet. Professor Crevett, der am Trollenberg in einem Observatorium "komische Strahlung" erforscht, hat den Verdacht, dass diese Unglücke mit einer geheimnisvollen radioaktiven Wolke zusammenhängen, der er beobachtet hat. Er ruft daher seinen amerikanischen Kollegen Alan Brooks zur Hilfe, mit dem Crevett einige Zeit zuvor ähnliche Vorkommnisse in den Anden untersucht hatte. Gleichzeitig machen auch die beiden Schwestern Anne und Sarah Pilgrim in Trollenberg Station, da Sarah im Schatten des Berges plötzlich seltsames Verhalten an den Tag legt.
Wie die beiden damals bereits vermutet hatten, stellt sich schließlich heraus, dass aus der Wolke heraus fremdartige Wesen (riesige Augen mit Tentakeln, wahrscheinlich Außerirdische) Bergsteiger um- und unter ihre Kontrolle bringen (ja, beides gleichzeitig, jedenfalls bei den Menschen, denen sie nicht den Kopf abreißen). Diese Wesen beeinflussen auch die telepathisch begabte Sarah Pilgrim. Durch ein wenig grundlegende Deduktion findet Brooks schließlich heraus, dass die seltsamen Wesen nur mit starker Hitze bekämpft werden können (wahrscheinlich haben sich die Aliens deshalb erstmal auf Bergen niedergelassen: Da sie die niedrigen Temperaturen dort besser vertragen. Ich vermute nur, dass immer noch einige der Monsteraugen durch Arktis und Antarktis kriechen). Ein eiligst herbeigerufenes Flugzeug, das Brandbomben auf die Biester wirft, sorgt also für die Rettung.
Ähnlich wie die Quatermass-Filme ging auch "The Trollenberg Terror" aus einer britischen TV-Miniserie hervor. Die Straffung von sechs Folgen à 30 Minuten zu einem 84minütigen Spielfilm mag teilweise erklären, warum dieser so vollgepfropft mit Vorgängen, Figuren und Ideen ist - und warum die ein oder andere davon für den Fortgang der Geschichte nicht unbedingt nötig wäre. Die telepathisch Begabung Anne Pilgrims etwa spielt keine entscheidende Rolle. Eine andere Hauptfigur ist ein Journalist, und auch dieser hat nichts wichtiges zum Plot beizutragen, erst recht nicht durch seinen Beruf. Ebenso ist es keineswegs wichtig, dass die Wolke, in die sich die Außerirdischen hüllen, radioaktiv ist; Radioaktivität wird hier - wie so oft in Filmen aus jener Zeit - ganz allgemein als Mittel zur Erzeugung einer unwohlen Stimmung beim Kinogänger benutzt.
Trotz dieser Unstimmigkeiten ist "The Crawling Eye"/"The Trollenberg Terror" kein schlechter Film. Zwar sieht man den Trickaufnahmen an, dass nicht allzuviel Geld zur Verfügung stand, und auch einige der vermeintlichen Außenaufnahmen sind allzu deutlich im Studio vor bemalten Leinwänden entstanden. Aber - siehe die Liste mit Vorkommnissen oben - der Film ist eben nicht langweilig. Und das ist mehr, als man von vielen anderen SF-Filmen der 50er und 60er sagen kann.


Tolle Seite für - und wahrscheinlich auch von - echten Fans ! Liebevoll aufgemacht, mit den Trashperlen des Jahrhunderts ! "Astro Zombies" war noch mein Jahrgang, hab ich damals im Kino gesehen...Gott, war der schlecht ! *lach!*
Lieben Gruß,
ein echter Fan
Ein Klassiker, der jetzt endlich als deutsche DVD erhätlich ist, wenn auch sträflicherweise nicht in den großen Elekromärkten wie Saturn & Co. Schade.
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