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++ Tod kommt aus dem Weltraum, Der ++

Was die Bild- und Ton-Qualität von Filmen angeht, bin ich vergleichsweise unempfindlich. Viele der alten Gurken, die auf dieser Seite zu Ehren kommen, haben nun mal ein paar Jährchen auf dem Buckel und i.d.R. gehören nicht zu jenen Filmen, deren Rollen in den perfekt klimatisierten heiligen Archiv-Hallen diverser Filminstitute gehegt und gepflegt werden, so dass die zur Verfügung stehenden Kopien allzu oft unscharf blass sind und dröhnend rauschen.

Meist stört mich das nicht allzu sehr. Doch bei "The Day the Sky Exploded" (dt. "Der Tod kommt aus dem Weltraum") war's schon schade, dass die mir vorliegende "Alpha Video"-DVD-Version gleich mehrere Probleme plagen.

Zum einen ist die englische Synchronisation dieser italienisch-französischen Koproduktion ein großer Störfaktor: Oft läuft der Ton zwar irgendwie parallel zum Film ab, scheint dabei aber nicht mit diesem verbunden zu sein, weder was die Lippensynchronität noch z.B. die Raumverhältnisse angeht. Die Dialoge wirken wie extradiegetische Teile des Films und schleudern so den Zuschauer aus dem Geschehen - von der miserablen, sehr dumpfen Klangqualität mal abgesehen.

Zum anderen ist die Bildqualität schlecht, was bei "The Day the Sky Exploded" eben besonders schade ist, da hier kein Geringerer als Mario Bava als Kameramann am Werk war, was man den Bildern - soweit es durch das Rauschen und die Unschärfe hindurch möglich ist - auch ansieht. Bava beleuchtet hier eher, wie bei einem Gothic-Horror-Film: Viele sehr dunkle Schatten und starke Kontraste von diesen zu den hellen Stellen bestimmen die Einstellungen.

Dies ergibt eine für einen Science-Fiction-Film durchaus ungewöhnliche Stimmung, die aber zur Thematik passen würde: Die erste bemannte Raummission der Menschheit musste abgebrochen werden. Der im All verbleibende Raketenantrieb explodiert, was einen Meteoriten-Schwarm auf Kollisionskurs mit der Erde bringt, was natürlich eine globale Katastrophe nach sich ziehen würde. Eigentlich wahrt der Film eine gute Balance zwischen der Darstellung der Maßnahmen zur Begegnung der Gefahr und der Darstellung der persönlichen Schicksale der beiteiligten Wissenschaftler. Trotzdem bleiben die dargestellten Charaktere blaß, teils weger der hölzernen Schauspieler, teils, weil das Drehbuch vorhandenes Konfliktpotential nicht genug ausspielt.

Hübsch immerhin ist die auflösende Idee, das der Meteoritenschwarm nur gestoppt werden kann, wenn er mit dem gesamten nuklearen Raketen-Potential der Menschheit beschossen wird, nach dem Motto: Schwerter zu Flugscharen. Dazu passt auch die Umkehrung hier einer ähnlichen Situation in anderen Filmen: Die Gefahr aus dem All wird nicht durch einen beherzten Weltraum-Flug der Helden abgewendet, sondern ausgelöst.

Für ein Charakter-Drama ist "Der Tod kommt aus dem Weltraum" also nicht mitreißend genug, für einen Katastrophenfilm natürlich lange nicht spektakulär genug. À propos: In Bill Warrens "Keep Watching The Skies" bekommt "The Day the Sky Exploded" viel Flak wegen des vermeintlich exzessiven Gebrauchs von "Stock Footage". Ist mir, muss ich sagen, nicht wirklich aufgefallen. Klar, sämtliche Abbildungen von Naturkatastrophen, Evakuierungs- und Fluchtwellen als angebliche Folgen des Meteoritenbeschusses sowie die abschließend kaum enden wollende Parade von Raketenstarts stammen natürlich aus den Archiven, machen aber nur einen eher geringen Teil der Laufzeit aus.

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