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++ Tödliche Nebel ++

Erstaunlicherweise ist "The War of the Planets" (dt. "Tödliche Nebel"), der zweite Teil von Antonio Margheritis Gamma-Uno-Serie, bei allem auch hier vorhandenem plottechnischem Quatsch und technologisch wirrem Gebabbel ein zutiefst humanistischer Film, auch wenn er im Großen und Ganzen konventioneller als "Wild, Wild Planet" daherkommt und mehr in die Richtung traditioneller Space Operas tendiert, ergänzt durch leichte Horrorelemente (siehe das Schicksal einer Erkundungscrew auf einer überfallenen Raumstation, inklusive klassischer grün-roter Beleuchtung). Dazu kommt diesesmal ein eher klassisch orchestraler, aber enorm effektiver, geradezu nobler Soundtrack.

Der Humanismus des Films zeigt sich schon zu Beginn: Zur Feier der Jahreswende bietet die Gamma I ein "space spectacular", bei dem die Raumstation selbst eine Art Tanz im Raum aufführt, obendrein gibt es außerhalb der schützenden Hülle der Station Formationstanz in Raumanzügen. Das zeichnet Menschen aus, die sich ihre Menschlichkeit bewahrt haben: Restlos alles, auch Technik und Arbeitswelt, für Spaß und Spiel nicht nur nutzen zu können, sondern tatsächlich auch zu nutzen, als ob dies das Normalste der Welt wäre, ja, weil es es ist.

Wichtiger aber ist der Kontrast zwischen den invadierenden Außerirdischen - die eigentlich nur eine Art grün angeleuchteter Kunstnebel sind, aber als parasitäre Energiewesen von Andromeda menschliche Körper besetzen und übernehmen können, worauf hin diese starren Blickes zu reinen fernkontrollierten Handlangern werden - und dem Hedonismus der Helden, die immer Zeit für's Feiern, Genießen und Liebesdreiecke zu haben scheinen. Selbst als Cmdr. Halstead, übrigens ein notorischer Befehlsverweigerer, was von seinen Vorgesetzten anscheinend mit wenig mehr als einem Schulterzucken toleriert wird, und seine Besatzung von den Diafoniden gefangen werden, wird sich erst einmal an marsianischem Nektar gelabt und fleißig Hummer gefuttert.

Die Aliens hingegen reden ständig davon, dass das, was sie vorhaben, gut für's Ganze sei, und: "gone the emotions, serenity prevails". Nur sind eben auch Empathie und Mitgefühl ur-menschliche Gefühle, und den vollkommene Mangel dessen bei den Invasoren kommentiert eine der Figuren, die Thematik des Films damit auch explizit formulierend (denn natürlich ist es das nicht, schließlich sind es keine Menschen, um die es geht, auch wenn sie in Menschengestalt auftreten), mit "you can't do that, it's not human". Ja, sogar: "He's possessed by the devil", in hübscher Verzerrung des traditionellen Teufelsbilds, das nicht nur Amoralität aufweist, sondern auch Zügellosigkeit, Unkontrolliertheit, die aber im Gegensatz zu den lebenslustigen menschlichen Figuren die streng diszipliniert auftretenden Außerirdischen ebenfalls komplett vermissen lassen.

Natürlich geht die Geschichte trotzdem, oder gerade deshalb, gut aus, und schließlich muss es ja noch zwei weitere Fortsetzungen der Reihe geben. Leider geht die Qualität mit diesen beiden wieder steil bergab.

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