++ Wespenfrau, Die ++
Verwandlungsgeschichten gehören seit jeher zum erweiterten Science-Fiction-Umfelt. Etliche SF-Filme der 50er und 60er spielen mit der Verwandlung eines Menschen oder eines Tieres in etwas anderes, sei es ein Monster, sei es ein Unsichtbarer, ein Geschrumpfter oder ein auf Riesengröße gewachsener.
Einer der literarischen Urväter dieses Untergenres ist Robert Louis Stevensons "Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde". Daran - und an den 1958er Film "Die Fliege" - schließt auch "The Wasp Woman" (dt. "Die Wespenfrau") an, obschon hier der verrückte Wissenschaftler nicht derjenige ist, der sich verändert. Aber auch hier entwickelt ein Forscher ein Serum, das ungeahnte Nebenwirkungen hat: Der Bienenforscher Dr. Zinthrop hat entdeckt, dass sich aus dem Gelee Royal der Wespenkönigin ein Mittel destillieren läßt, das denjenigen bzw. diejenige stark verjüngt, der es injeziert bekommt.
Mit diesem Mittel wird Zinthrop vorstellig bei Janice Starlin (gespielt von Susan Cabot in ihrer letzten Filmrolle), Chefin einer Kosmetikfirma. Deren Umsätze brechen ein gerade ein, da die Starlin, nicht nur Chefin, sondern auch nach außen Galionsfigur der Firma, gealtert ist und nicht mehr als Werbeikone taugt ("Jugendwahn" bereits 1959 angesprochen).
Diese stürzt sich natürlich auf Zinthrops Entdeckung, aber - wie für jeden Kinokundigen vorhersehbaf, oder auch für diejenigen, die den Titel des Films kannten, bevor sie ihn gesehen haben... - schließlich nicht nur darauf, sondern auch auf alle möglichen Unschuldigen, die ihr in die Quere bzw. auf die Schliche kommen. Denn natürlich verwandelt sie sich nach wiederholter Injektion in Stress-Situationen in ein Halb-Mensch-Halb-Wespe-Wesen; allerdings findet die Verwandlung genau entgegengesetzt zum Filmplakat statt: Ihr Kopf und ihr Hände werden wespenartig, ihr Körper bleibt Frau. Ja, so verändern Gier und übermäßiger Ehrgeiz eine Person.
Dieses Zwitterwesen ist in dieser Roger-Corman-Produktion nur undeutlich zu sehen: Der immer auf günstige Produktionskosten bedachte Corman hat die Wespenfrau nur im Halbdunkel gefilmt, so dass das Kostüm nicht allzu ausgeklügelt ausfallen musste.
Viel mehr gibt es zu "The Wasp Woman" nicht zu erzählen. Vielleicht könnte man noch den durchaus ansprechenden Soundtrack voller semi-avantgardistischer Big-Band-Klänge erwähnen. Der Rest ist Dienst nach Vorschrift.


Es ist doch sehr bedauerlich, das dieses kleine Werk - auch für die DVD Auswertung - nie eingedeutscht wurde, - zumindest für meinen Geschmack. Ich mag die alten Corman Filme sehr und bin auch ganz Allgemein totaler Fan klassischer SF und Horror/Gruselfilme und dankbar für Seiten wie diese und den Austausch der Gedanken, der darüber stattfindet.
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