++ Planet des Grauens ++
"World Without End" (dt. "Planet des Grauens") als thematischer "Planet der Affen"-Vorläufer hatte ich anlässlich des ganz ähnlich gelagerten "Beyond the Time Barrier" bereits kurz erwähnt. Eigentlich hätte ich "Planet des Grauens", so der deutsche Titel, schon früher besprechen müssen, speziell vor "Queen of Outer Space", mit dem er sich nämlich nicht nur Regisseur Edward Bernds (der hier auch für's Drehbuch verantwortlich zeichnet), sondern auch Teile der Kulissen, sogar das Monster teilt - gottseidank nicht Zsa Zsa Gabor, obschon auch hier Zukunftsbabes in knappen Kleidern über die Leinwand schweben. Allerdings ist "World Without End" lange nicht so spaßig wie "In den Klauen der Venus", und auch nicht so unterhaltsam wie "Beyond the Time Barrier".
Die Geschichte erinnert tatsächlich frappierend an "World Without End", und wie so oft ist auch SciFi-Übervater H.G. Wells nicht weit weg, insbesondere hier, denn Rod Taylor konnte in "Beyond the Time Barrier" schon für seinen späteren Auftritt in "Time Machine" trainieren: Auf dem Weg zum Mars gerät das Raumschiff (natürlich mit den gleichen Liegesitzen wie im Gefährt in "Queen of Outer Space") vierer menschlicher Astronauten außer Kontrolle, wird immer schneller und schneller und bruchlandet schließlich auf einem fremden Planeten. Auf ihrem Erkundungsgang stellt Besatzung dann aber fest, dass dieser doch nicht so fremd ist: Sie befinden sich wieder auf der Erde, aber offensichtlich mehrere hundert Jahre in der Zukunft nach einem verheerenden Atomkrieg, der die Menschheit nahezu auslöschte.
Nachdem sie von zappelnden billigen Gummi-Spinnen (der einzige Moment, in dem dieser ansonsten eher ernste Film in spaßigen Trash zu kippen scheint) und barbarischen Mutantenhöhlenmenschen (OK, auch deren Masken sehen reichlich albern aus) angegriffen und verfolgt wurden, finden sie Zuflucht in einem futuristischen unterirdischen Komplex, in dem die anscheinend letzten nicht-mutierten Menschen versteckt von den gewältigen, primitiv-rohen Mutanten leben und sich inzwischen in dieser Situation häuslich und bequem, beinahe dekandent eingerichtet haben und Iniative und Tatendrang vermissen lassen, obwohl ihre Geburtenrate dermaßen rückläufig ist, dass sie innerhalb weniger Generationen auszusterben drohen.
Aber die menschlichen Neuankömmlinge können noch zupacken, lieben ihre Freiheit, den Planeten und die Menschheit, überzeugen nach den obligatorischen Irrungen und Wirrungen die zuvor radikal pazifistischen Zukunftsmenschen, zwecks Gegenoffensive eine Waffenmanufaktur zu eröffnen, und machen sich schließlich auf, den Häuptling der Mutanten in erfolgversprechender Manier, nämlich mit roher Gewalt, zu stürzen. Woraufhin Friede, Freude, Eierkuchen - im Film jedenfalls.
Irgendwie klingt dies alles angesichts der weltpolitischen Lage und säbelrasselnder Rhetorik mancher konservativer Golfkriegsbefürworter ziemlich aktuell. Ob das jetzt daran liegt, dass "World Without End" seiner Zeit voraus oder zeitlos war, da sich bestimmte menschliche Eigenheiten schlicht nicht ändern, ist eine Frage, die sich kaum in einer Rezension zu einem harmlosen SciFi-Film von 1956 erörtern läßt - wenn überhaupt.


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